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Tipps für Allergiker: Hilfe bei allergischen Schocks

Tipps für Allergiker : Hilfe bei allergischen Schocks

Bei den Allergietagen tauschten sich Fachärzte und Besucher aus.

Düsseldorf. Bei den Allergietagen konnten Allergiker — neben kostenfreien Vorträgen — direkt mit Experten sprechen und bei praxisnahen Workshops den Notfall üben. Viele Informationen bekamen sie beim Vortrag „Wenn der Darm streikt“ von Jennifer Fritz. „Ein bekanntes Beispiel für Intoleranzen ist die Laktoseunverträglichkeit. Dabei funktioniert ein Enzym, das den Milchzucker spaltet, nicht richtig“, so die Ärztin. Häufig tritt die Unverträglichkeit erst bei Erwachsenen auf. Bei auftretenden Symptomen wie Blähungen oder Bauchschmerzen kann bei jedem Hausarzt ein schneller Test durchgeführt werden. Bei einer Unverträglichkeit helfen eine Umstellung der Ernährung oder die Einnahme von Tabletten.

In der nachfolgenden Expertenrunde stellten sich Fachärzte den Fragen der Betroffenen. Eine davon ist Sabine Petzold. Sie hat in den letzten Jahren mehrere allergische Schocks erlitten. Zumeist traten die Beschwerden nach dem Besuch in einem Restaurant auf: „Ich habe dann literweise Wasser ausgeschwitzt und hatte Atemnot.“ Mehrere Ärzte konnten keine Allergie feststellen. Die Ungewissheit isst nun ständig mit.

Die eindeutige Ursache eines Schocks im Nachhinein herauszufinden, ist schwierig. Das erklärte Dr. Stephan Meller, Leiter des Universitäts-Allergie-Zentrum in Düsseldorf, bei der Fragerunde: „Was ursächlich für einen allergischen Schock ist, kann nachträglich nicht zu hundert Prozent festgestellt werden. Bei häufig auftretenden Symptomen in Verbindung mit Lebensmitteln, muss jede Zutat einzeln überprüft werden. Wir müssen dann den gemeinsamen Nenner finden.“

Spuren von Nüssen oder Sellerie können einige von unzähligen Ursachen sein. „Sellerie zum Beispiel ist ein häufiges Allergen bei Erwachsenen“, sagt der Mediziner. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagieren. Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes gibt es in Deutschland rund sechs Millionen Betroffene.

Beim letzten Vortrag der Allergietage konnten Eltern praktische Erfahrungen sammeln. Die Referentin Menen Tafesse-Mandl klärte Eltern auf, wie sie bei einem allergischen Schock des Kindes zu handeln haben. „Jede Sekunde zählt. Zunächst sollte die Atmung überprüft werden und das Kind in die stabile Seitenlage gebracht werden“, so die Fachärztin.

Die Eltern übten nach dem Vortrag die richtige Wortwahl beim Absenden eines Notrufes und wie man eine Adrenalinspritze richtig ansetzt. Übungsspritzen konnten sie gleich mitnehmen, um Freunde und Verwandte für dieses Thema zu sensibilisieren. Mehr als 500 Fachärzte und Interessierte kamen ins Congress Center Düsseldorf, um sich über Allergien zu informieren. Auch im nächsten Jahr ist die Veranstaltung geplant.