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Gipsy Kings oder The Original Gypsies - das ist hier die Frage

Gipsy Kings oder The Original Gypsies - das ist hier die Frage

„The Original Gypsies“ mit vier ehemaligen Mitgliedern der Gipsy Kings besuchen im Herbst Düsseldorf, doch gibt es auch noch die „Gipsy Kings“. Wer ist wer?

Düsseldorf. Auf dem Flyer zu ihrem Konzert am 7. Oktober in der Halle an der Siegburger Straße prangt in großen Lettern „Gipsy Kings“, bei näherem Hinsehen heißt aber: „Reunion of the four former members“ (Wiedervereinigung der vier ehemaligen Mitglieder). Und das zum 30-jährigen Bestehen. Wer nun genau wird in Düsseldorf mit Hits wie Bamboleo, Djobo Djobi oder Volare auftreten? Sind sie es oder sind sie es nicht? Die Antwort ist „Jein“.

Wieso das so ist, ließen wir uns von dem Initiator jener Formation, die sich „The original Gypsies“ nennen - „Chico“ Bouchikhi - und um deren Konzert es sich am 7. Oktober handeln wird, ganz genau erklären. Es sei wichtig, dass man klärt, wer wer ist, sagt Chico zu Beginn. War er auch Teil der „Gipsy Kings“ so verließ er die Band rund um die Reyes Brüder im Jahr 1991. Irgendwann habe er bei dem großen Erfolg gedacht, dass die Bandmitglieder auch finanziell mehr daran teilhaben sollten, erklärt er: „Das war nicht im Sinn der Produzenten. So kam es, dass ich die Gipsy Kings verließ.“ 26 Jahre lang hatte er eine eigene Band, „Chico and the Gypsies“ und die Verbindung zu den Gipsy Kings war aufgelöst. Doch ist ihm und seinem Management ein überaus spannender Schachzug geglückt, denn man konnte offenbar drei der Reyes Brüder, die bis dato Teil der „Gipsy Kings“, also des Originals waren, überzeugen, sich ihm anzuschließen und eine neue Formation zu gründen. Patchai, François „Canut“ und Pablo „Paul“ Reyes sind also wieder mit Chico vereint, doch „Gipsy Kings“ dürfen sie aus rechtlichen Gründen nicht heißen, ohnehin besteht die andere Originalband auch noch und tourt durch große Säle. „Wir sind zu viert, somit denke ich, auch das Original. Nur die Marke ist leider deponiert bei den Anwälten und Plattenfirmen, die sie für sich beanspruchen“, sagt Chico.

Hierzu argumentiert Chico: „Wir sind die Komponisten der großen Hits. Die Zeit der Kreationen war, als wir noch zusammen waren, in den 70ern und 80ern. Die Magie, die damals geherrscht hat, ist wieder da. Dieses Geheimnis unserer Musik ist eine ähnliche Sache wie mit der Liebe. Wir sind keine Berufsmusiker. Da ist so viel Emotion drin, dass es sämtliche Barrieren sprengt.“

Gemeinsam mit dem Produzenten Tefa haben sie in Miami ein neues Album aufgenommen, das Ende dieses Jahres erscheint, indes mit ganz neuen Liedern, doch „immer mit der Seele“. So soll das Publikum bei ihrem Konzert auch wieder viel von dem erleben, was sie an den Gipsy Kings lieben, bekräftigt Chico und ergänzt stolz: „Ich war der erste, der diese Fusion gemacht hat, mit diesem Gipsy-Rock.“

Zum Schluss fragen wir ihn noch, wie er es mit dem Begriff „Gipsy“ hält, der — wie auch „Zigeuner“ — als problematisch akzentuiert wird: „Wir sind stolz, dass man uns Gipsy nennt. Wenn man diese Wurzeln nicht anerkennt, würden wir nicht das machen, was wir machen.“