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Fünf Gründe für 4,25 Millionen Besucher auf der Kirmes

Fünf Gründe für 4,25 Millionen Besucher auf der Kirmes

Das Volksfest überzeugt auch durch seine Gastronomie und die Qualität der Live-Musik in den Zelten.

Düsseldorf. Zehn Tage Sonne am Stück — das hat selbst Schützen-Chef Lothar Inden noch nicht erlebt: „Dass wir während der gesamten Kirmes mal so ein Wetter gehabt haben, daran kann ich mich in meiner 40-jährigen Schützenlaufbahn nicht erinnern.“ Neben dem Wetter gab es noch weitere Gründe, warum in diesem Jahr 4,25 Millionen Besucher auf den Festplatz kamen:

Der Zeitpunkt Meistens liegt die Kirmes in den Sommerferien. Doch diesmal startete der Rummel bereits am letzten Schultag. Diejenigen, die nicht sofort in den Urlaub starteten, nutzten das erste Wochenende für einen Besuch. Entsprechend lag die Besucherzahl schon Mitte der Woche bei 2,5 Millionen.

Das kulinarische Angebot Die Zeiten, in denen es überwiegend Brat- oder Currywurst mit Pommes gab, sind vorbei. Heute können Besucher auf der Kirmes auch ein erstklassiges Filet-Steak genießen, sich vegetarisch und vegan ernähren. Mittlerweile haben sich diese Fortschritte rumgesprochen, hinzu kommen neue Angebote, die in diese Richtung gehen. Jeffrey Bauer und seiner Partnerin Laura Parpalione feierten mit ihrem Angebot Premiere auf dem Volksfest und brachten unter anderem Weine aus Rheinhessen mit, die auch bei Kennern für Lob sorgten.

Die Zelte Für gute Live-Musik auf einem Volksfest und die daraus resultierende Stimmung gibt es eine wichtige Regel. Die Bands sollten wirklich im Zelt spielen und nicht halb drinnen, halb draußen. Wie das geht, zeigte zum Beispiel das umgebaute Schlösser-Zelt mit seiner neuen Licht- und Tontechnik. Entsprechend voll war es dort regelmäßig.

Neue Ideen Dinge, die man so noch nicht erlebt hat, gab es nicht nur bei den Fahrgeschäften, sondern auch im Rahmenprogramm. So hat die Kirmes mit Bundesliga-Aufsteiger Fortuna kooperiert, der Verein war so präsent wie nie auf den Rheinwiesen.

Zu den Neuheiten zählte auch die „Sommerwiesn“ nach bayerischem Vorbild im Schützenfestzelt am Samstag. Guter Ansatz, ordentliche Premiere.

Die Sicherheit Die Bilanz der Polizei spricht dafür, dass sich die Besucher auf der Kirmes (auch gemessen an der Größenordnung) sicher fühlen können: Es gab 45 Gefährderansprachen bei Personen, bei denen davon auszugehen war, dass sie Straftaten begehen könnten. Im Vorjahr waren es noch 99. Es gab 121 Platzverweise (2017: 73), 13 Personen (10) wurden festgenommen. 28 Körperverletzungen wurden angezeigt (17), allerdings gab es keine einzige größere Schlägerei. „Wenn man davon ausgeht, dass bei dem Wetter jedes Bier doppelt wirkt, ist diese Zahl sehr klein“, sagt Polizei-Sprecher Markus Niesczery. Eine Person setzte auf dem Festplatz Pfefferspray ein. Es gab 18 Taschendiebstähle (17) und einen Raub (3). Die Zahl der angezeigten Sexualdelikte blieb mit fünf gleich zum Vorjahr. „Das waren aber alles Berührungsdelikte oberhalb der Kleidung und ein erzwungener Kuss“, sagt Niesczery. 186 Autofahrer mussten ihr Fahrzeug an einer anderen Stelle abholen, als an der, an der sie es geparkt hatten (184). Wegen Verkehrsverstößen wurden 768 Verwarngelder erhoben und Ordnungswidrigkeitsanzeigen (824) geschrieben. „2011 waren es noch 2624 Anzeigen“, sagt Niesczery. Neun Kinder gingen verloren, wurden aber alle wohlbehütet zu ihren Eltern gebracht. Das Deutsche Rote Kreuz musste 387 Mal helfen (333), aber es bestand bei keinem Betroffenen Lebensgefahr.