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Die Stadt wächst in die Höhe

Die Stadt wächst in die Höhe

Die Stadt setzt auf neue Wohnhochhäuser. Auch an der Tuchtinsel könnte eins gebaut werden.

Cannes/Düsseldorf. Die Stadt will hoch hinaus: Weil die Flächen für Bauland knapp sind, der Wohnungsbau wegen niedriger Zinsen aber boomt, haben die Stadtplaner neue Wohnhochhäuser im Visier. Was geplant wird, stellte Oberbürgermeister Dirk Elbers am Mittwoch im südfranzösischen Cannes vor. Dort läuft die Immobilienmesse Mipim, wo die Stadt mit einem Stand vertreten ist.

In seiner Rede vor Vertretern der Immobilienwirtschaft nannte Elbers die drei geplanten Wohntürme im Quartier Central sowie die von Architekt Jürgen Mayer H. entworfenen Projekte für das Quartier M (zwischen Moskauer und Kölner Strasse) und auf dem Areal, wo die private Hochschule FOM ihre neue Niederlassung baut (Bereich Jülicher-/Yorckstrasse). Elbers weiter: „Die Vermarktung der laufenden Projekte zeigt, dass diese Form der Architektur wieder akzeptiert wird.“ Gleichwohl gebe es Grenzen: „Der Ort muss stimmen, die Qualität auch.“

Zustimmung kommt von der Opposition: „Wenn man Verdichtung will, ohne Freiräume zuzubauen, muss man über Hochhäuser nachdenken“, sagt Iris Bellstedt (Grüne). „Es kommt auf die Konzepte an: Kann man lange, tote Flure vermeiden? Gibt es größere Balkone oder Terrassen? Klötze wie in Ratingen-West brauchen wir nicht.“

Das sieht Gudrun Hock (SPD) ähnlich: „Wohntürme sind für sozialen Wohnungsbau nicht geeignet. Auch sollte man so etwas nicht in sozialen Brennpunkten bauen, das zeigen die Erfahrungen aus den 70er-Jahren.“

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) wünscht sich deshalb „ganz neue Konzepte“. Ziel müsse sein, „kleine, übersichtliche Areale zu schaffen“. Um den Anschein von Massenverwaltung zu vermeiden, könne man etwa vier Hauseingänge planen — an jeder Hausseite einen —, „so dass nicht an jedem Klingelschild dutzende Namen stehen“. Und: „Ich fände es auch spannend, wenn ein Investor eine Kita oder ein Zentrum plus integrieren würde.“

Bei einem zentralen Hochhausprojekt gehen die Meinungen indes weit auseinander: Elbers betonte, er wünsche sich anstelle der Tuchtinsel (neben dem dann abgerissenen Tausendfüßler) „ein Hochhaus als Landmarke“ — für Büros und Wohnungen. Gespräche mit den Eigentümern der jetzigen Häuser würden geführt. Aussagen, die Hock stinksauer machten: „Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der Tausendfüßler musste fallen, damit ein lukratives Hochhaus entstehen kann.“ Elbers konterte: „Ein Hochpunkt war immer vorgesehen. Auch die SPD kennt den Siegerentwurf.“

Am Rande stellte Elbers ein neues Investorenprogramm für „Mietwohnungsbau zu günstigen Konditionen“ vor, das die Stadt mit der Stadtsparkasse auflegen werde. Für Wohnungsbau auf städtischen Grundstücken verzichtet das Geldinstitut auf den Einsatz von liquiden Mitteln der Investoren, sie sichert zudem eine langfristige Zinsbindung zu (20 Jahre) — im Gegenzug gibt es eine Mietpreisbindung von 8,50 Euro je Quadratmeter für zehn Jahre. Elbers: „Das würde sich etwa am Quellenbusch anbieten.“