Andreas Niggemeier dichtet zu Rockklängen in Flingern

Andreas Niggemeier dichtet zu Rockklängen in Flingern

Der Autor trat im Route 66 vor vielen Freunden auf.

Düsseldorf. Eine kleine Eckkneipe in Flingern, ein bisschen Bühne mit ein paar Scheinwerfern und Lautsprechern, die Handvoll Gäste meist auf Du und Du mit Autor Andreas Niggemeier und den Musikern — die Elemente für einen etwas anderen Kleinkunst-Abend. Temporeiche Gedichte und Witze über die Liebe und über Smartphones, Rock und Blues gibt es zu hören, Unterhaltung wie unter Freunden, mit Zwischenrufen, Späßen untereinander, im ganz kleinen Rahmen, und das alle paar Monate. Genau diese Atmosphäre sucht der Autor mit seiner Reihe „Niggemeier und die liebe Zeit“, früher im Abraxas, jetzt im Route 66.

Seine Reime sind teils voller Tempo und Wortwitz, bisweilen skurril, ironisch, mischen Alltag und philosophische Fragen mit Situationskomik. „Ich habe keine Lust auf Literaturlesungen, ich will einfach nur Unterhaltung, schätze die offene Art der Leute“, sagt Niggemeier. Nur ein paar Gäste oder eine gedrängt volle Kneipe, Gelächter und beste Stimmung oder Leute, die reihenweise entgeistert auf die Straße flüchten — das hat er alles schon erlebt. Die Gäste quatschen mit ihm während seines Programms, rufen „Grandios!“ dazwischen oder „Finde ich einfach nicht lustig.“

Er probiert, worauf er Lust hat, holt sich die Musiker und Literaten, die ihm selbst gefallen oder auffallen. Mike Gromberg und Jens Thomas waren öfter zu Gast, oder Michael Völkel, Marc Frayman; langjährige Partner ebenso wie schräge Newcomer, die schon mal ihr Schlagzeug umwerfen. Jaana Redflower und Adrian Klawitter sind es diesmal, sie spielen solide und gut mit ihren zwei Gitarren, mit schnellen Rhythmen, einfachen, rockigen Melodien, singen mit gekonnt rauchiger Stimme. Die Musik kommt an, für Niggemeier geht der Abend in Ordnung.

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