1:5 im ersten Finale — TuS Nord fehlt der Rhythmus

1:5 im ersten Finale — TuS Nord fehlt der Rhythmus

Herringen ist effizienter und gewinnt verdient. Die Unterrather geben sich aber noch nicht auf.

Sichtbar enttäuscht schlichen Kapitän Andreas Paczia und Co. nach der Schlusssirene in die Kabine. Doch nur wenige Minuten nach der 1:5 (1:2)-Niederlage im ersten Play-off-Finale um die Deutsche Rollhockey-Meisterschaft gegen die SK Germania Herringen gaben sich die Spieler des TuS Nord bereits wieder kämpferisch. „Dann machen wir es halt in drei Spielen“, sagte André Beckmann. „Wir lassen die Köpfe jetzt nicht hängen. In Herringen brauchen wir bessere Torabschlüsse, müssen einfach alle bis zum Ende dran glauben und alles reinlegen.“

Die vollbesetzte Rollsport-Arena an der Eckener Straße sah ein erstes Finalspiel, in dem sich beide Mannschaften nur kurz abtasteten, dann nahm die Begegnung Fahrt auf. Liam Hages (8.) brachte die Gäste aus Hamm in Führung. Der TuS Nord benötigte einige Minuten, fand dann aber besser in die Partie. Daniel Kutscha (21.) glich aus, doch kurz vor der Pause brachte Lukas Karschau (24.) die Germania mit einem eiskalt verwandelten Sechser wieder in Führung. „Der zweite Gegentreffer war nicht das Problem. Das 1:3 und 1:4 haben uns den entscheidenden Knacks versetzt“, erklärte Tarek Abdalla. „Wir haben wiederum die Chance verpasst, den Anschluss herzustellen. Irgendwann mussten wir natürlich aufmachen.“

Erneut Liam Hages (29.) und Kevin Karschau (32.) nutzten die Lücken im Defensivverbund der Unterrather, die im zweiten Durchgang drei Mal am Pfosten oder der Querlatte scheiterten. Zudem vergaben Jonas Pink und Daniel Kutscha jeweils einen Sechser. Den Schlusspunkt setzte Robin Schulz (46.).

„Es war ein nervöser Beginn von uns. Wir sind nicht in den Rhythmus gekommen, in dem wir bisher in den Play-offs gespielt haben. Herringen hat verdient gewonnen. Jetzt müssen wir das schnell abhaken“, sagte Robbie van Dooren, der ähnlich wie seine Spieler die fehlende Effizienz vor dem Tor des Gegners bemängelte. Aber auch der Trainer des TuS Nord wollte den Kopf nicht in den Sand stecken: „Unsere besten Play-off-Spiele waren auswärts in Cronenberg und Remscheid. Daran sollten wir in Herringen anknüpfen.“

Am Samstag (15.30 Uhr) haben die Unterrather in Hamm die Gelegenheit ein drittes und entscheidendes Spiel am Sonntag an gleicher Stelle zu erzwingen, um den Traum vom ersten Titel seit 1997 doch noch realisieren zu können. „Ich freue mich schon auf das zweite Spiel. Es ist noch alles drin“, zeigte sich auch Tarek Abdalla kämpferisch.

In Hamm gilt es für den TuS wieder an die Leistungen aus den Serien gegen Cronenberg und Remscheid anzuknüpfen. Zu viele Einzelaktionen und ein „bisschen zu viel mit der Brechstange“, wie André Beckmann erklärte, sind fraglos die falschen Mittel, um der starken SKG beikommen zu können.

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