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NRW: Die Pandemie aus künstlerischer Sicht

NRW : Die Pandemie aus künstlerischer Sicht

„Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Dieses berühmte Zitat von Joseph Beuys hat schon viele Menschen inspiriert, so auch die Studentin der Kunstgeschichte Elsa Li von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

Li hat daher eine Ausstellung organisiert, in der jeder Mensch seine Werke zeigen kann. Die Vernissage findet am kommenden Mittwoch, 28. Juli, in der Galerie im Alten Küsterhaus an der Düsseldorfer Straße in Meerbusch statt.

Das Mittel, dass Li gewählt hat, ist die Fotografie, das Thema ist die Auswirkung der Corona-Pandemie auf den Alltag in der Stadt. Was hat sich seit dem Beginn der Corona-Pandemie verändert? Wie sehen verschiedene Orte in der Stadt aus? Wie verhalten sich die Menschen unter den Corona-Maßnahmen? Diesen Fragen sollen die Menschen auf den Grund gehen und sie fotografisch festhalten. Eine wichtige Idee ist dabei die Ambivalenz der Motive.

Leere Straßen vermitteln Einsamkeit und idyllische Ruhe

Eine Maske kann die Menschen voneinander trennen, bedeutet aber auch Schutz und gegenseitige Rücksichtnahme. Die menschenleeren Straßen vermitteln einerseits Einsamkeit, andererseits vermag es jedoch auch eine idyllische Ruhe und Entschleunigung ausstrahlen. Die Fotoreihe, mit Aufnahmen aus Düsseldorf und Umgebung, lässt unterschiedliche Blicke und Perspektiven sichtbar werden und schafft eine Atmosphäre, welche die verschiedenen Gefühlslagen in Bezug auf Düsseldorf während Corona wiedergibt. Auf diese Weise will Li im Rahmen eines Uni-Seminars den Versuch wagen, Beuys Kunstphilosophie auf die aktuelle Corona-Situation anzuwenden und kreative Potenziale zu fördern.

Die Ausstellung ist „von Düsseldorfern für Düsseldorfer“ konzipiert, Elsa Li übernimmt lediglich die Moderation und Kuration. Jeder soll sich durch die Fotoreihe angesprochen fühlen, denn die Corona-Pandemie betrifft jeden und jeder kann sich mit ihr identifizieren. Somit gibt es keine Vorgaben für die Motive, sondern jeder Teilnehmer – egal ob Profi-, Hobby-, oder Amateurfotograf – kann zeigen, was ihn in den vergangenen Monaten bewegt hat. Auch hinsichtlich des Alters der Teilnehmer oder der verwendeten Technik gibt es keine Einschränkungen. Ziel ist auch, ein umfassendes Gesamtporträt der historischen Lage zu schaffen. Unter dem Hashtag #jedermenscheinkünstler werden auf Instagram weiterhin Fotos gesammelt, von denen die Besten in der Ausstellung präsentiert werden. Alle Interessierten sind zur Vernissage am 28. Juli um 19 Uhr im Alten Küsterhaus, Meerbuscher Straße 6, eingeladen.

Dort gelten die aktuellen Hygienerichtlinien und es muss sich am Ort registriert werden – beispielsweise über die Luca-App. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.galerie-im-alten-kuesterhaus.de sowie auf Instagram unter @galerie_im_alten_kuesterhaus.