"Carfreitag" in NRW: Das sind die Tuner-Hotspots in der Region

Überblick : "Carfreitag" in NRW: Das sind die Tuner-Hotspots in der Region

Am Karfreitag feiern Tuner den Start in die Saison. Laute Auspuffanlagen und illegale Rennen haben dabei auch immer wieder zu Polizeieinsätzen geführt. Ein Überblick über einige Treffpunkte in Düsseldorf, Krefeld, Wuppertal und der Umgebung.

Illegale und viel zu laute Auspuffanlagen, verbotene Rennen mitten in der Stadt, teils hundert Stundenkilometer schneller als erlaubt - ein Teil der Tuningszene sorgt immer wieder für Negativschlagzeilen. Karfreitag feiern Tuner wieder den sogenannten "Car-Freitag" - den Start in die Saison.

Die Gewerkschaft der Polizei sieht viele Defizite in Sachen Raser: zu wenig Personal für Kontrollen, zu geringe Bußgelder und eine Art vererbte Raser-DNA in einem Land, in dem es auf vielen Autobahnstücken kein Tempo-Limit gibt.

Die Bußgelder für Raser sind aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen in Deutschland noch viel zu gering. „Was Bußgelder betrifft, sind wir der Discounter Europas“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Michael Mertens der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. „Auf Autobahnen in Nachbarländern wie Holland, Frankreich, Österreich oder der Schweiz sind auch deutsche Autofahrer viel disziplinierter, weil sie wissen: Jetzt kann es teuer werden.“

Nürburgring/Nordschleife

Das möglicherweise beliebteste „Carfreitags-Treffen“ in der Region findet wie in jedem Jahr am Nürburgring statt. Dort kam es auf den Landstraßen in den vergangenen Jahren immer wieder zu erheblichen Staus. Der Hotspot für Fans, Hobbyfahrer und Profis bietet Gelegenheit, den eigenen Boliden außerhalb des Straßenverkehrs ans Limit zu bewegen.

Krefeld

In Krefeld treffen sich Auto-Fans regelmäßig an der Kleinewefersstraße. Am Karfreitag im vorletzten Jahr kontrollierte die Polizei dabei insgesamt 139 Fahrzeuge. Ein Aufwand, der offensichtlich Wirkung zeigte. Eine Tuner-Gruppe hat ihr "Carfreitag"-Treffen offiziell abgesagt, erklärt eine Polizeisprecherin. Auf der Facebook-Seite der Gruppe heißt es dazu, dass in Krefeld zu viel Polizei im Einsatz und das Datum zu negativ besetzt sei.

Düsseldorf

In Düsseldorf sei die Szene nicht so stark vertreten wie beispielsweise im Ruhrgebiet. Es gebe in dem Sinne auch keinen bestimmten Platz, an dem sich die Tuner am "Carfreitag" treffen, erklärte ein Polizeisprecher. Trotzdem werde kontrolliert. Gerade auf Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen und ob etwaige Umbauten im Rahmen des Erlaubtem liegen.

Auf der Königsallee hatte die Polizei in der Vergangenheit immer wieder Fahrzeuge gestoppt, die durch aufheulende Motoren und quietschende Reifen auf sich aufmerksam machten. Oft seien das angereiste Tuner, die zeigen wollten, was sie in ihre Boliden investiert haben, sagte ein Sprecher der Polizei in Düsseldorf.

Wuppertal

In Wuppertal wollen sich PS-Begeisterte im Bereich Oldtimer und Youngtimer an der Uellendahler Straße treffen. Die Zusammenkunft hatte auch bereits im vergangenen Jahr stattgefunden.

Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet ist eine Hochburg der Szene in NRW. Am vorletzten Car-Freitag wurden etwa in Duisburg 1299 Autos kontrolliert - davon waren 166 zu schnell. Ein Fahrer war mit fast 60 Stundenkilometern zu viel auf dem Tacho unterwegs. Der Bezirk Hamborn gilt als ein Schwerpunkt.

In Oberhausen gilt etwa das ehemalige Gelände eines Stahlwerkes am Brammenring als Treffpunkt. Die Stadt reagierte und erlässt für Karfreitag ein Fahrverbot für Teile des Geländes. Demnach sei auch das Sterkrader Tor ein beliebter Treffpunkt.

Die Polizei in Oberhausen blickt entspannt auf den „Carfreitag“. „Wir sind vorbereitet und haben Kooperationsgespräche mit der Stadt und den Betreibern der Örtlichkeiten, wo sich die Tuner treffen, geführt“, sagte ein Polizeisprecher. Es sei eine höhere Präsenz von Beamten und Ordnungsamt eingeplant. Allerdings sagte er auch: „Wir wollen diese Szene nicht verteufeln! Es geht um diejenigen, die sich daneben benehmen.“

In Dortmund ist der Bereich Phoenix West im Stadtbezirk Hoerde ein Treffpunkt. Im letzten Jahr kontrollierte die Polizei rund 123 Fahrzeuge. Vier Fahrzeuge wurden stillgelegt.

„Wir haben nichts gegen Tuner, die sich vorschriftsmäßig verhalten und die ihr Auto einfach lieben“, sagte ein Sprecher der Dortmunder Polizei. Allerdings sei es in den vergangen Jahren häufig zu Lärmbelästigungen gekommen, Autos wurden aus dem Verkehr gezogen, weil Teile illegal eingebaut wurden. Im schlimmsten Fall sind gefährliche Raser auf den Straßen unterwegs. „Dem schieben wir konsequent einen Riegel vor“, sagte der Dortmunder Polizeisprecher.

In Bochum gilt etwa der Wattenscheider Dückerweg als ein beliebter Treffpunkt der Szene. Im letzten Jahr wurden in Bochum 200 Geschwindigkeitsverstöße gemessen, einige Tuner durften nicht weiterfahren.

(pasch/mars/dpa)
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