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Bilanz: Unfall überschattet Weiberfastnacht

Bilanz : Unfall überschattet Weiberfastnacht

Polizei und Feuerwehr ziehen trotz zahlreicher Einsätze eine positive Bilanz.

Mitten im Kölner Karnevalsgeschehen ist am Donnerstagabend eine Frau am Bahnhof Köln-Ehrenfeld ins Gleis gestürzt und von einem Zug überrollt worden. Zeugen berichteten, dass die 29-Jährige vor dem tödlichen Unfall torkelnd in die Gleise gefallen sei, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Ob die Frau an Weiberfastnacht selbst Karneval gefeiert hatte, war zunächst unklar. Bei der Obduktion solle auch geklärt werden, ob sie unter Alkoholeinfluss stand.

Der Zug, der die Frau überrollt hatte, sei komplett geräumt worden, teilte die Feuerwehr mit. Augenzeugen mussten vom Rettungsdienst betreut werden. Insgesamt waren mehr als 40 Helfer mit 15 Fahrzeugen im Einsatz. Wegen des Notarzteinsatzes im Gleis fielen am Abend zahlreiche Regionalzüge aus.

Bei der Feuerwehr gehen
bis zum Morgen 2006 Notrufe ein

Dennoch zogen Feuerwehr und Rettungsdienst gestern aber eine insgesamt positive Bilanz. Besonders erfreulich sei das respektvolle Auftreten der Jecken gegenüber den Rettungskräften gewesen, teile die Feuerwehr mit. Die Einsatzleitstelle der Feuerwehr stemmte bis zum frühen Morgen insgesamt 2006 Notrufe - doppelt so viele wie an einem normalen Tag. Bis gestern Morgen mussten 909 Einsätze im Rettungsdienst bearbeitet werden, 2019 waren es im gleichen Zeitraum 900 Einsätze. Besonders brisant wurde es am Nachmittag, als deutlich mehr Einsätze gemeldet wurden.

Die Feuerwehr musste trotz unruhiger Nacht 42 Einsätze bearbeiten, dies entspricht einem normalen Wochentag. Eine große Entlastung für den Rettungsdienst waren die Unfallhilfsstellen in den Einsatzschwerpunkten Kwartier Latäng und in der Altstadt. Im Kwartier Latäng wurde der Betrieb der Hilfsstellen gegen Mitternacht eingestellt. Hier wurde in insgesamt 152 Fällen medizinische Hilfe geleistet. In 50 Fällen mussten die Jecken in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.

Bereits am frühen Abend konnten die Hilfsstellen in der Altstadt ihren Betrieb einstellen, da sich die Jecken zunehmend verteilten und die Altstadt keinen Einsatzschwerpunkt mehr darstellte. Hier wurden 144 Personen versorgt, für 42 ging es weiter in Krankenhäuser. Für 92 Jecken mussten Rettungsfahrzeuge zum Transport hinzugezogen werden. Rund 200 Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen waren hierfür den ganzen Tag im Einsatz.

Die Arbeit in den Unfallhilfsstellen entlastete den Rettungsdienst deutlich und sei Ausdruck einer bedarfsgerechten Vorplanung, so die Feuerwehr. Die Planungen für Weiberfastnacht deckten den erwarteten Bedarf. Zu keiner Zeit gab es nach ANgaben der Feuerwehr einen Mangel an Rettungskräften. An Weiberfastnacht sorgten letztlich bis zu 700 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, den Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk für die Sicherheit der Jecken in der Stadt. Christian Miller, Leiter der Feuerwehr Köln, lobte am Morgen den Einsatz aller Rettungskräfte und freute sich insbesondere darüber, dass es keine Übergriffe auf die Helfer gab.

Die Polizei hatte insbesondere in den späten Nachmittags- und Abendstunden durch zunehmenden Alkoholkonsum vile zu tun. Es kam zu Schlägereien, wie die Kölner Polizei am späten Donnerstagabend mitteilte. Immer wieder sei ein „deutliches“ Eingreifen und die Präsenz der Polizei nötig gewesen.

Bis 21.30 Uhr wurden von der Landespolizei 51 Menschen in Gewahrsam genommen. Die Polizisten schrieben 85 Strafanzeigen, fast die Hälfte davon wegen Körperverletzungen. Wegen sexueller Belästigung nahm die Polizei acht Strafanzeigen auf, sechs der Tatverdächtigen wurden festgenommen.