Von Graf bis Petkovic: Rittner immer noch dabei

Von Graf bis Petkovic: Rittner immer noch dabei

Stuttgart (dpa) - Im Juli 1992 ließ sich Barbara Rittner an der Seite von Steffi Graf und Anke Huber als Fed-Cup-Siegerin feiern - eine goldene Zukunft schien dem deutschen Damen-Tennis sicher. Doch nach dem Abschied von Graf und Huber folgte ein Jahrzehnt mit viel Tristesse.

Zuletzt pendelte das deutsche Team als Fahrstuhlmannschaft zwischen den beiden Weltgruppen. Einzige Konstante seit jenem 2:1-Finalsieg über Spanien im Frankfurter Waldstadion: Barbara Rittner. „Es war wirklich ein tiefes Tal. Ich glaube aber, dass wir jetzt ein Team mit unglaublich viel Potenzial haben“, sagte die 37-Jährige vor dem Relegationsspiel am Wochenende gegen die USA in Stuttgart.

Zunächst als Spielerin, seit 2005 als Teamchefin ist die einstige Nummer 24 der Tennis-Welt fester Bestandteil der deutschen Fed-Cup-Auswahl. Lange hat die Krefelderin warten müssen, ehe wieder eine Generation heranreifte, die zu großen Hoffnungen Anlass gibt. „Wir können in den nächsten zwei bis fünf Jahren eine gute Rolle spielen“, sagte Ritter der Nachrichtenagentur dpa.

Selbst den dritten Coup beim wichtigsten Team-Wettbewerb im Damen-Tennis nach 1987 und 1992 hält sie für möglich. „Warum nicht?“, so ihre Standard-Antwort auf die entsprechende Frage. Ein Sieg gegen die US-Auswahl, die ohne die Williams-Schwestern auskommen muss, ist jedenfalls fest eingeplant. „Der Glaube ist da“, betonte Rittner.

65 Tage im Jahr ist sie laut Vertrag für den Deutschen Tennis Bund (DTB) als Fed-Cup-Kapitän aktiv, 110 Tage in der Nachwuchsarbeit. Ihre Tür steht ihren Spielerinnen aber Tag und Nacht offen. So wohnte Petkovic nach ihrem Kreuzbandriss 2008 während der Reha einige Zeit bei der Teamchefin, die der Darmstädterin als „WG-Bewohnerin“ mit Rat und Tat zur Seite stand. „Es erleichtert es, dass sie die Spielerinnen kennt, seit sie 16, 17 sind“, sagte DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard über die Teamchefin. „Sie ist eine Tennis-Verrückte im positiven Sinn.“

Das hat Rittner mit ihrer Nummer 1 Petkovic gemein. Der Weltranglisten-19., die mit ihrer Akribie sogar Steffi Graf („Andrea wird ihren Weg gehen“) beeindruckt, schrieb sie nach deren Siegeszug in Miami eine SMS mit der Bitte, innerhalb des deutschen Teams bloß nicht abzuheben. Petkovic' Antwort: „Abheben tue ich erst, wenn wir den Cup geholt haben.“ Dagegen hätte sicher dann auch Rittner nichts.