Bauchlandung im Kampf um Olympia

Bauchlandung im Kampf um Olympia

Nach dem 25:27 gegen Ungarn benötigen die Handballer am Dienstag einen Sieg gegen Norwegen und Mithilfe der Konkurrenz.

Jönköping. So schnell kann das gehen. Auf die Gala folgte das Grauen. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft bleibt weiter unberechenbar und inkonstant bei ihren WM-Auftritten in Schweden. Mit der überraschenden 25:27 (12:10)-Schlappe im zweiten Zwischenrundenspiel gegen Ungarn steht plötzlich wieder die gesamte Zukunft der DHB-Werfer bei diesem Turnier in den Sternen.

Träumte der ein oder andere vor dem Spiel gar noch vom Halbfinale, droht nun sogar das Spiel um Platz neun. In diesem Fall hätten die Deutschen auch die Teilnahme an der Olympia-Qualifikation verpasst. Jetzt muss am Dienstag gegen Norwegen (16.15 Uhr) unbedingt ein Sieg her, damit Kraus & Co. wenigstens ihr Minimalziel (Platz sieben) erreichen. Wobei sie auch da auf die Mithilfe der Konkurrenz angewiesen sind.

„Für so einen Auftritt habe ich keine Erklärung. Heute hat wieder die Einstellung nicht gepasst“, wetterte Michael Kraus. Auch Lars Kaufmann gestand, dass „es heute an uns lag“. Johannes Bitter hatte „wahnsinnig viele Fehler im Angriff gesehen“. Er verstand es überhaupt nicht, dass „wir hier kein Vollgas gegangen sind“. Bundestrainer Heiner Brand war mächtig enttäuscht: „Das war schlimmer als die Niederlage gegen Frankreich. So ein Leistungsabfall ist eigentlich undenkbar.“

Tatsächlich wirkte Deutschland von Beginn an unkonzentriert und fahrig. Nach acht Minuten hatte die DHB-Auswahl schon fünf Fehlwürfe produziert. Beim 1:4 musste der Bundestrainer bei seinen Schützlingen in einer Auszeit deutlich mehr Konzentration anmahnen. Das zeigte vorübergehend Wirkung. Mit einem 6:0-Lauf sowie drei sehenswerten Paraden von Torwart Johannes Bitter drehten die Deutschen den Spieß zum 7:4 (13.). Doch der Zwischenspurt blieb ein Strohfeuer, weil Brand Buben das muntere Scheibenschießen fortsetzten. Während die Defensive noch halbwegs solide zu Werke ging, wurde im Angriff viel zu früh der Abschluss gesucht.