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Pinguine: Den ersten Dreier einfahren

Pinguine: Den ersten Dreier einfahren

Krefeld. Eine turbulente Gefühlswelt erlebten die Krefeld Pinguine an ihren ersten beiden DEL-Spieltagen der noch jungen Saison 2017/18. Nach starken Leistungen waren die Siege in den Heimspielen gegen München und Augsburg zum Greifen nahe, doch die Punkte räumten jeweils die Gäste ab.

Damit das am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt (Freitag, 15. September 2017, 19.30 Uhr) und bei der Auswärtspremiere bei den Schwenninger Wild Wings (Sonntag, 17. September 2017, 14 Uhr) anders wird, zog Headcoach Rick Adduono unter der Woche die Trainingszügel weiter an.

Besonders die Niederlage gegen Augsburg schmerzte den routinierten Trainer, da die Entscheidung bei eigener Überzahl verpasst wurde und die Gäste in Unterzahl davonzogen. „Wir müssen weiter hart an den Specialteams arbeiten. Die Fehler bei eigener Überzahl dürfen nicht passieren. Man hat gesehen, wie schnell kleine Schwächen ausgenutzt werden“, warnte der Kanadier und forderte gleichzeitig, die Konzentration in jeder Spielsituation hoch zu halten.

„Leider haben wir nach einer guten Leistung gegen Augsburg die Punkte weggeworfen“, analysierte Sportdirektor Mathias Roos, sah aber viele gute Anzeichen. Im Spiel fünf gegen fünf hatten sich die Pinguine am Wochenende mit 6:3 Toren eine starke Bilanz erspielt und konnten auch kämpferisch voll überzeugen. „Gegen München haben wir im zweiten Drittel nahezu perfekt gespielt. Da hat die Mannschaft gezeigt, zu was sie fähig ist. An diese Leistung müssen und können wir anknüpfen“, zeigte sich Roos optimistisch.

Mit welchem Kader es in die kommenden Aufgaben geht, blieb unter der Woche unsicher. Mit Torhüter Andrew Engelage (muskuläre Probleme) und Dragan Umicevic (Rippenprellung) waren zwei Leistungsträger angeschlagen. „Bei beiden müssen wir kurzfristig schauen, ob es geht“, so Roos. Da beide aber mittrainieren konnten, ist ein Einsatz durchaus denkbar.

Möglich auch, dass schon gegen Ingolstadt ein neuer Verteidiger das schwarz-gelbe Trikot überstreifen wird. Mit dem Finnen Markus Nordlund trainierte ein möglicher Kandidat unter der Woche bereits mit.

Fit ist nach seiner Verletzung aus der Auftaktbegegnung gegen München wieder Torhüter Patrick Klein. Gegen Augsburg stand der 23-jährige schon wieder auf dem Eis und zeigte, wie gegen den Deutschen Meister, eine gute Leistung.

Stark präsentierte sich bei seinem Pflichtspieldebüt im Krefelder Dress auch Neuzugang Justin Feser. Zwei Treffer und ein Assist gelangen dem 25-jährigen Kanadier, der sich in vielen Spielsituationen als Aktivposten und hellwach präsentierte. Auch Marcel Müller konnte mit vier Punkten aus dem Augsburg-Spiel überzeugen, nachdem er den Saisonauftakt gegen München noch verpasst hatte. Der 29-jährige musste eine Strafe aus der Vorsaison absitzen. Für ihn lief gegen die Münchner im ersten Block überraschend Kevin Orendorz auf, der seine Sache an der Seite der beiden Routiniers Daniel Pietta und Dragan Umicevic sehr gut machte. Der großgewachsene Angreifer und schnelle Skater hatte sich bereits in den Vorbereitungsspielen gut in Szene setzen können. Vielleicht geht bei ihm ja endlich gegen Ingolstadt der Torknoten auf. Gegen München fehlte dem 22-Jährigen gebürtigen Iserlohner nur ein Quentchen Glück zum ersten Torerfolg.

Als Verstärkung für die Pinguine entpuppte sich auch Christoph Gawlik, der vor dem München-Spiel nur eine Trainingseinheit mit der Mannschaft hatte. Gewohnt bissig ging der gebürtige Niederbayer bei seinen ersten Einsätzen für die Schwarz-Gelben zu Werke und zeigte sein großes Kämpferherz.

Überraschend feierte mit Michel Weidekamp ein KEV-Nachwuchstorwart sein DEL-Debüt gegen München. Als Patrick Klein Anfang des letzten Drittels verletzt raus musste, schlug plötzlich und unerwartet die Stunde des Back-ups. „So war es eigentlich perfekt. Man braucht nicht lange drüber nachdenken, kommt rein und ist sofort im Spiel. Ich hätte das Spiel nur gerne nach Hause geholt mit den Jungs. Es hat leider nicht ganz geklappt, war aber trotzdem ein schöner Moment für mich“, so der erst 19-Jährige, der nach Spielende auch gleich beim TV-Sender Sport1 sein ersten Fernsehinterview geben musste.