Karnevalssitzungen: Trübsinn hat keine Chance

Karnevalssitzungen: Trübsinn hat keine Chance

Die Lustigen Klosterbrüder, die KG Eulenturm und die Braunschweiger Narrenzunft feiern die fünfte Jahreszeit.

Krefeld. Unter den wachsamen Augen des kostümierten Elferrats der Braunschweiger Narrenzunft 1924 e.V. Uerdingen feuerten die sorgsam ausgewählten Programmpunkte der BNZ-Kostümsitzung am vergangenen Samstag einen Raketenhagel guter Laune ab. Rund 400 aufwendig verkleidete Karnevalisten füllten die Uerdinger Halle und feierten auf der „After-Show-Party“, auch nach dem offiziellen Sitzungsprogramm bis in den Morgen.

Zunft-Schatzmeister Herbert Dunkel zeigte sich schon zu Beginn der Veranstaltung hochzufrieden. Er betonte, dass die Programmgestalter auch in diesem Jahr wieder genau den Nerv der Uerdinger Karnevalisten getroffen haben dürften. „Ein Highlight heute Abend sind die Kolibris“, so Dunkel.

Bekannte Musikgruppen und Büttenredner aus dem Kölner Karneval animierten zum Mitklatschen, Mitschunkeln und Mitlachen. Musikalisch heizten die BNZ-Brass-Band, De 5 Fleje, die Alpenpiraten, die PGM Big Band und die Kolibris ein. Spätestens beim Song „Die Hände zum Himmel“ war kein Stuhl mehr besetzt. Für die Lacher des Abends waren „Leo“ und „Der Tulpenheini“, zwei Größen des Kölner Karnevals zuständig. Die traditionellen Programmpunkte wie der Prinzenaufzug und der Gardetanz des TSV Rheinflotte durften natürlich auch nicht fehlen und rundeten den Sitzungsabend narrenzünftig ab.

Gemütlich, familiär mutete die Kostümsitzung der KG Eulenturm 1932 e.V. am vergangenen Samstag im Bay-Treff an. Pünktlich um 19.11 Uhr begrüßte Eulenturm-Sitzungspräsident Frank Brass seine närrischen Vereinsfreunde. Damit gab er den Startschuss für die jährlich herbeigesehnte Kostümsitzung der Eulen. „Wie immer wurden die Programmpunkte fast ausschließlich aus den eigenen Reihen auf die Beine gestellt“, erklärte Pressewartin Monika Mauersberger. Rund 200 Uerdinger Narren wollten sich das Sitzungsprogramm eines der ältesten Uerdinger Karnevalsvereine ansehen und ließen sich immer wieder zum Mitschunkeln animieren. „Es ist schon toll zu sehen, was die Mitglieder immer auf die Beine stellen“, freute sich Mauersberger. Und auch der Sitzungs-Präsident hielt mit seiner Begeisterung nicht hinter dem Berg. Eine Zugabe nach der anderen verlangte er mit lauter Unterstützung des kostümierten Publikums den Akteuren auf der Bühne ab.

Zum jährlichen Programm gehörten auch diesmal Liane Terhorst und Uschi Pahnke, die mit ihrem Programmpunkt „ Pro & Contra“ vergangene und aktuelle Uerdinger Geschehnisse auf die Schippe nahmen. Artur Storb und Wolfgang Köhn gingen als „Duo Normal“ ins Zwiegespräch und Christina Köhn unterhielt mit Geschichten der Toilettenfrau „Lola Lokus“. „Ein absoluter Höhepunkt des Abends waren diesmal die drei Tenöre Jörg Iser, Wolfgang Köhn und Markus Ochsendorf“, lachte Monika Mauersberger, die sich rundum zufrieden mit dem Verlauf des Abends zeigte.

Der Karnevalsverein lustige Klosterbrüder 1986 lud am vergangenen Samstag zur Jubiläums-Prunksitzung ins Raphaelsheim ein und die Krefelder Narren kamen in Strömen. Rund 200 mitunter als Kätzchen, Cowboys und Schlumpfinen verkleidete Karnevalisten feierten feuchtfröhlich den Auftakt der 25. Session und bejubelten dabei immer wieder sich selbst und den Nachbar-Verein KG Verberg mit einem dreifachen „Krefeld Helau, KG Verberg Helau und Klosterbrüder Helau.“

Den Auftakt des Abends bildete das Kinderprinzenpaar der KG Verberg, Tom I. und Sarah I.. Sie hatten das Lied von Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York“ kurzerhand umgetextet zu „Wir sind das Kinderprinzenpaar“. Der Star des Abends, Richard Kroger stürmte als dralle Erna die Bühne. Doch mit seinen oftmals nicht ganz taufrischen Pointen hatte er es anfänglich schwer, als er über Gisela sprach, deren Körper „eine eigene Postleitzahl“ bräuchte. Doch als dieser wenig später in immer kürzer werdenden Outfits als Lady Gaga, Shakira und Marylin Monroe zurückkehrte, kletterte die Stimmung dem Siedepunkt entgegen. Unterhaltung der akrobatischen Art bot im Anschluss die große Garde der KG Verberg, die trotz beengter Verhältnisse das traditionelle Schlösschen aufbaute, und auch sonst mit nahezu artistischen Tanz-Choreographien zu unterhalten wusste.

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