Junge Forscher sind neugierig

Junge Forscher sind neugierig

Bei der jährlich stattfindenden Regionalveranstaltung in Krefeld gab es dieses Jahr einen neuen Rekord an Anmeldungen.

Krefeld. Zum 19. Mal konnten junge Nachwuchsforscher vom gesamten Niederrhein ihre Arbeiten vorstellen. Am Dienstag wurde im Seidenweberhaus die Rekordzahl von 206 Forschungsarbeiten von einer Fachjury bewertet und ausgezeichnet. Dabei überzeugten auch viele Krefelder Talente mit ihren innovativen naturwissenschaftlichen Ideen.

Foto: Dirk Jochmann

Die Geschwister Katharina (10) und Marcus Thome (12) konnten die Jury mit ihren Untersuchungen von Krefelder Gewässern überzeugen. Unter dem Titel „Umweltuntersuchungen“ nahmen sie zum Beispiel Wasserproben aus dem Linner Burggraben. „Wir haben in der Zeitung gelesen, dass dort die Fische sterben“, erklärt Marcus Thome. Die Hypothese der beiden Jungforscher vom Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium: „Das Salz, das im Winter auf der Autobahn gestreut wird, gelangt durch einen Zufluss in den Graben.“ Die Jury honorierte die Untersuchungen gleich mit zwei Auszeichnungen: mit dem ersten Platz in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften sowie dem Sonderpreis „Umwelt“.

Foto: Jochmann, Dirk (dj)

In der Sparte „Schüler experimentieren“ war Marcus Thome ebenfalls vertreten. Gemeinsam mit seinem Klassenkameraden Julian Wild (13) ging er der Frage nach, ob Kinder zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen und deshalb immer dicker werden. „Die Hälfte der Kinder sitzt am Tag mehr als sechs Stunden, teilweise sogar bis an die 18 Stunden vorm Bildschirm“, sagt Marcus. Die MSM-Schüler sammelten Infos, durchstöberten Bücher und Medien und begannen ihr Projekt „Bildschirmmoppel“.

Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Die Umwelt im Blick hatten auch Simon Kirchner und Miguel Müller. Die beiden 16-Jährigen entwickelten eine biologisch abbaubare Tüte für die Obsttheke. „Wir haben gelesen, dass 2012 pro Kopf 70 bis 80 Plastiktüten verbraucht wurden“, erklärt Kirchner. Mit dem Gemisch aus Maisstärke, Pektin und Glycerin stellten die beiden ein plastikähnliches, reißfestes Material her. Der Clou: „Wir haben einen Klumpen von unserem Tütenmaterial mit Kompost aus dem Garten vermischt. Nach zwei Wochen war fast nichts mehr übrig“, erklärt Miguel Müller stolz. Die Schüler der Freiherr-vom-Stein-Realschule erhielten für ihre kompostierbare Einkaufstüte den Sonderpreis in der Kategorie „Nachwachsende Rohstoffe“.

Eine gute Sache für die Umwelt und für den Geldbeutel stellten Jeffrey Brockers (15) und Nils von Gehlen (16) vor. Mittels computergesteuerter Thermostate für 250 Euro verwandelten sie ihren Chemieraum in einen energieeffizienten Klassenraum. „Wir haben festgestellt, dass in unserer Schule zu viel geheizt wird“, erklärt Brockers. Die beiden Schüler der Freiherr-vom-Stein-Realschule analysierten die Raumnutzung und stellten die Thermostate dementsprechend ein. Das Ergebnis: „Wir haben eine Einsparung von 98 Prozent errechnet. Die Heizkosten sind von 71 auf einen Euro und zehn Cent gesunken.“ Dieses Ergebnis war der Fachjury der erste Platz in der Kategorie „Technik“ wert.

Im Arbeitsbereich „Technik“ belegten Jannik Merkens (16) und Sven Schumacher (18) von der Freiherr-vom-Stein-Realschule mit ihrem E-Gokart den zweiten Platz. „Wir haben uns die Frage gestellt, ob man sich nicht auch irgendwie umweltfreundlicher fortbewegen kann“, erklärt Jannik. In einer Werkstatt bauten sie ihr E-Gokart an einem Wochenende fertig. Der Akku des Elektromobils wird an einer Solartankstelle aufgeladen. „Das E-Gokart fährt leise und komplett Kohlendioxid einsparend“, betont Marcus die Vorteile.

Im Fachbereich „Arbeitswelt“ haben Francesca Lentzen (15), Ilayda Köykiran (15) und Nuri Güvercin (14) von der Freiherr-vom-Stein-Realschule Verpackungsmaterialien auf gefährliche Stoffe untersucht. Die Schüler kontaktierten Firmen und ließen sich deren Verpackungsmaterial zuschicken. „Wir haben in einem halben Jahr Styropor, Favor, Vermiculit und viele andere Stoffe untersucht“, erzählt Nuri.

Viele der untersuchten Stoffe, die Firmen für die Verpackung ihrer Produkte verwenden würden, seien gefährlich und schädlich für die Umwelt.

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