Zerteilen von Tabletten kann Nebenwirkungen begünstigen

Zerteilen von Tabletten kann Nebenwirkungen begünstigen

Hannover (dpa/tmn) - Nur weil eine Tablette eine Mittellinie hat, heißt das nicht unbedingt, dass man sie zerteilen sollte. Dies kann nämlich zu einer veränderten Wirkstoffzusammensetzung führen.

Tabletten, die zu groß sind, sollten nicht einfach geteilt werden. Durch das Durchbrechen verändere sich die Freisetzung des Wirkstoffs, erläutert die Apothekerkammer Niedersachsen in Hannover. Die Folgen könnten Überdosierung, mehr Nebenwirkungen oder ein Wirkungsverlust sein. Einkerbungen seien oft nur Zierde und keine Empfehlung, die Tablette zu zerkleinern.

Große Tabletten könnten leichter geschluckt werden, indem man sie mit viel Leitungswasser einnimmt und den Kopf leicht und nicht ruckartig nach hinten neigt. Grundsätzlich erleichtern breiige Lebensmittel wie Apfelmus das Runterschlucken. Milchprodukte wie Joghurt oder Quark sind dafür nicht geeignet, da sie die Wirkung der Arzneimittel beeinflussen können, warnt die Kammer.

Auch wenn die Medizin unangenehm schmeckt: Tee, Kaffee, Milch und kohlensäurehaltige Getränke können Wechselwirkungen mit Arzneimitteln eingehen und deren Wirksamkeit einschränken. Empfehlenswert ist es deshalb, Medikamente mit stillem Wasser einzunehmen. Bittere Tropfen mit etwas Zucker zu süßen, ist nicht in allen Fällen eine Lösung, da die Bitterstoffe Teil der Therapie sein könnten. Wer etwas gegen den bitteren Geschmack tun möchte, sollte nach der Einnahme etwas Wohlschmeckendes zu sich nehmen.

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