Wüteriche im wilden Westen - die kuriosesten Schlagzeilen aus NRW 2018

Jahresrückblick 2018: Wüteriche im wilden Westen - Das waren die kuriosesten Schlagzeilen aus NRW 2018

Würgeschlangen und Wüteriche im wilden Westen: Das Jahr 2018 hatte in Nordrhein-Westfalen so manch eine amüsante Anekdote parat. Eine Auswahl.

Ob Würgeschlange oder Wüterich: Die Kuriositäten sind die heimlichen Stars im Nachrichtenalltag. Ein Jahresrückblick der ungewöhnlichen und lustigen Höhepunkte in Nordrhein-Westfalen.

SCHÖNSTES SCHLAGLOCH: Aus der Not eine Tugend machen, das kann Maren Dörwaldt. Das Schlagloch vor ihrer Haustür in Mönchengladbach hat sie flugs in einen Miniaturteich verwandelt, Goldfisch-Attrappen inklusive. Inzwischen ist das „schönste Schlagloch Deutschlands“ in Kunstharz gegossen - und Mönchengladbach dank seiner holprigen Straßen um eine Attraktion reicher.

DANIEL DÜSENTRIEB: Wie schnell kann ein Bobbycar fahren? 119 Stundenkilometer. Man muss es nur mit einem Düsenantrieb ausstatten. Dirk Auer ist der schnellste Bobbycar-Pilot der Welt. Er schraubte den Weltrekord auf dem frisierten Plastikmobil für Kleinkinder im August in Bottrop von 108 auf atemberaubende 119 km/h.

WÜTERICH: Ohne Gurt, dafür mit Handy am Ohr und im illegal aufgemotzten Auto hat sich ein Autofahrer in Mönchengladbach von der Polizei erwischen lassen. Als die ihm eröffnete, dass er sich damit ein Fahrverbot eingehandelt habe, schleuderte er wutentbrannt sein Handy gegen die nächste Wand. Damit hatte er sich schneller zum Fußgänger degradiert als die Polizei geplant hatte: Weil mit dem Handy alle darin gespeicherten Kontaktdaten zerschellt waren, konnte er sich nicht einmal mehr abholen lassen.

WILDER WESTEN I: Auf die Deutsche Bahn zu warten, kam für Anwohner in Alpen nicht infrage: Die neue ungeliebte Schranke am bislang unbeschrankten Bahnübergang flexten sie gleich wieder ab. Sieben Mann und ein Trecker waren im Einsatz, die Schranke schneller verschwunden als sie aufgestellt worden war - und ein Bahn-Sprecher perplex - über so viel Eigenmächtigkeit per Flex.

WINDELWEICH GEWASCHEN: In der Waschstraße bei laufendem Waschprogramm aus dem Auto steigen - ist vielleicht mutig, aber nicht unbedingt klug. Denn wenn man mit den Füßen in einer Felgenwaschbürste steckenbleibt, braucht es 26 Feuerwehrleute, die einen wieder befreien. Und weh tut es auch. So geschehen in Bochum.

TONI ERDMANN: Im Krefelder Zoo haben sie die Hoffnung längst verloren. Toni Erdmann ist wie vom Erdboden verschluckt. Auf der Suche nach dem Chef der Erdmännchen-Truppe hatten Zoo-Mitarbeiter das ganze Gehege umgegraben. Doch Toni blieb verschollen. Kleiner Trost: Die übrigen Erdmännchen - in Wirklichkeit alles Erdweibchen - hätten erstaunlich gelassen auf den Verlust ihres einzigen Sexualpartners reagiert.

UNGEHEUER VON LOCH LATUM: Im Sommerloch kommt Rettung vor dem Tod durch Langeweile oft aus dem rheinischen Baggerloch. Diesmal war es eine Gelbe Anakonda, die in Meerbusch die Anwohner des dortigen Baggersees das Gruseln lehrte - bis Feuerwehrmann Sebastian Schreiner beherzt zugriff und die Würgeschlange im Sack zappelte. Zuvor hatte es schon Krokodil-Sichtungen in Werne und Ratingen gegeben. In beiden Fällen entpuppten sich die Raubtiere bei der ersten Annäherung aber als Plastikexemplare.

MIT DEM TRETBOOT IN SEENOT: Eine Verfolgungsjagd per Tretboot lieferten die „Tatort“-TV-Ermittler Boerne und Thiel vor drei Jahren in Münster. Wenige Kilometer weiter in Bocholt ist das Spektakel nun Realität geworden. Per Tretboot verfolgte die Polizei einen Tretboot-Dieb. Der war in diesem Fall schneller und verschwand an Land - immerhin ohne Tretboot.

KATER NICHT VATER: Missverständnis in Alsdorf bei Aachen. Ihr Vater sei aus dem zweiten Stock gefallen, berichtete eine aufgeregte junge Frau per Notruf. Vor Ort stellten Polizei und Feuerwehr wenige Minuten später fest, dass ein kleiner Buchstabe eine Situation ganz anders aussehen lässt: „Es war nicht der Vater, sondern der Kater.“ Der überlebte den Sturz.

NACHTS IN DÜSSELDORF: Ein nächtliches Duell „Straßenkehrer gegen Straßenräuber“ haben in Düsseldorf die Männer von der Stadtreinigung für sich entschieden. Obwohl in Unterzahl, konnte das Duo mit seinen zwei Besen drei mutmaßliche Räuber in Schach halten - bis die Polizei das ungewöhnliche Schauspiel beendete.

IMMER WIEDER MORSBACH: Morsbach ist durch seine Hanglage zum Eldorado für tierische Einsätze in Nordrhein-Westfalen geworden. In diesem Jahr plumpste erst eine Kuh durch ein Hallendach und dann ein Pferd durch einen Carport. Allmählich bekommt die Feuerwehr dort Routine.

BOA IST NICHT BOA: Da hatte der 36-Jährige wohl etwas missverstanden. Die Feder-Boa auf den Schultern mag ein kleidsames Accessoire sein, ein lebendes Exemplar der gleichnamigen Würgeschlange auf den Schultern ist ein Fall für die Polizei - zumindest, wenn man sich als Laufsteg für seinen Auftritt den Düsseldorfer Hauptbahnhof auswählt.

WILDER WESTEN II: Wenn sich eine junge Ladendiebin am Niederrhein in Westernmanier aufs Fluchtpferd schwingt und davonreitet, wähnt man sich im falschen Film. Doch die Polizei bewies, dass die Verkäuferin, die von dem Diebstahl berichtete, nicht zu tief ins Glas geschaut hatte. Sie entdeckte die diebische junge Frau - kriminalistisches Gespür sei Dank - in einem Reitstall.

HILFESCHREIE: Wenn Frauen verzweifelt schreien, ist nicht immer die Polizei gefragt. Vier Streifenwagen konnten in Aachen nichts ausrichten, weil die nächtlichen Schreie aus den Kreißsälen einer Klinik kamen. Dort lagen vier Frauen gleichzeitig in den Wehen. Anwohner hatten Schreckliches vermutet und den Notruf gewählt. Ende gut, alles gut: Die Polizei durfte zum Nachwuchs gratulieren.

(dpa)
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