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Wuppertaler Polizei arbeitet jetzt in Zwölf-Stunden-Schichten

Wuppertaler Polizei-Tagebuch : Die Polizei arbeitet jetzt in Zwölf-Stunden-Schichten

Polizist Max Bieringer berichtet von seinen Einsätzen in Wuppertal.

Das Coronavirus war auch bei uns in den vergangenen Wochen eines der dominierenden Themen. Über die bisher getroffenen Maßnahmen beziehungsweise die Beschaffung von Schutzausstattung und Masken hinaus wurden nun weitergehende Maßnahmen zur Eindämmung des Virus innerhalb der Behörde getroffen.

So wurden beispielsweise auf einigen Wachen Schichtrhythmen verändert und Verfahren bei der Anzeigenaufnahme angepasst. Wir arbeiten momentan in Zwölf-Stunden-Schichten und Bürger dürfen beispielsweise die Wache Barmen nur noch einzeln betreten. Zuvor wird über die Gegensprechanlage erfragt, um was für ein Anliegen es sich handelt und ob ein Betreten der Wache zwingend erforderlich ist. Eine Anzeigenaufnahme auf der Wache erfolgt, nach vorheriger Handdesinfektion, durch eine Plexiglasscheibe am Tresen, um das Ansteckungsrisiko beiderseits zu minimieren. Aufgrund dieser Schutzmaßnahmen kann es vor den Wachen zu Wartezeiten kommen. Selbstverständlich sind wir trotz der aktuellen Lage rund um die Uhr für die Bürger da.

Insbesondere aufgrund des schönen Wetters am vergangenen Wochenende hielten sich noch vereinzelt größere Personengruppen in Parks, auf der Trasse und in der Innenstadt auf. Die Ahndungen hierdurch entstandener Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung war daher auch Inhalt der vergangenen Dienste zur Tageszeit. Je nach Bewertung des konkreten Einzelfalls können solche Verstöße hohe Geldbußen oder sogar Strafanzeigen nach sich ziehen. Weiterhin gilt es, wenn möglich soziale Kontakte gemäß der Coronaschutzverordnung zu minimieren, um Bürger zu schützen.

Doch nicht nur in Parks und auf der Trasse machte sich die aktuelle Ausnahmesituation bemerkbar. Auch in Wohnungen und Mehrfamilienhäusern nahmen wir diverse Einsätze wahr.

Aufgrund der Tatsache, dass viele Bürger momentan mehr Zeit mit der Familie und ihren Nachbarn verbringen, gab es mehr Beschwerden über Ruhestörungen, Streitigkeiten und veranstaltete Partys. Es sollte selbstverständlich sein, dass Partys in der aktuellen Situation nicht gefeiert werden sollten und gegenseitige Rücksichtnahme primär im Vordergrund steht.

Höhepunkt solcher Nachbarschaftsstreitigkeiten war ein Sachverhalt, bei dem sich ein Anwohner über die Tatsache, dass seine Nachbarn im Hof grillten, heftigst echauffierte. In seiner Wut darüber, dass der Rauch des Grills in seine Wohnung zog und die spielenden Kinder so laut gewesen seien, warf der Beschuldigte einen Backstein in den Innenhof. Zum Glück wurde niemand durch den Stein verletzt. Der Beschuldigte konnte vor Ort durch die schockierte Familie identifiziert werden und gab an, er habe nur den Grill treffen wollen. Gegen ihn ermittelt nun die Kriminalpolizei.