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Mönchengladbach: Einsam unter blauem Himmel

Frühling in Mönchengladbach : Kontaktverbot bei Grillwetter

Auch die Plätze, die bei sonnigen 20 Grad sonst sehr belebt sind, waren am Sonntag leer.

Was für ein Wetter! Normalerweise wären die Parks voll gewesen, hätte Kinderlachen alle Spielplätze gefüllt,  hätte Grillgut-Duft den Stadtwald durchweht. Stattdessen: Einsamkeit.

Dabei strömten die Mönchengladbacher am ersten warmen Sonntag dieses Frühjahrs regelrecht ins Freie, um die Sonne zu genießen. Aber: Egal, ob sie sich zu Fuß oder mit dem Rad aufmachten – sie hielten sich an die vorgeschriebenen Mindestabstände zu anderen und waren allein, zu zweit oder im Familienverbund unterwegs. Und manche Plätze, die sonst dicht bevölkert sind, waren plötzlich ganz leer.

Im Rheydter Stadtwald blieb zur Mittagszeit der gesperrte Grillplatz ungenutzt, der Spielplatz war ebenfalls wie vorgeschrieben menschenleer. Einander unbekannte Menschen, die sich zu zweit auf einer der Parkbänke ausruhten, taten dies mit dem größtmöglichen Abstand zueinander.

Im Volksgarten waren zwar viele unterwegs, aber nicht im Pulk. Foto: Sofia Greis

Am frühen Nachmittag waren auf dem Rheydter Marktplatz einige Menschen unterwegs. Man traf sich und redete miteinander. Waren es mehr als zwei, wahrten sie mehrere Meter Sicherheitsabstand zueinander.

Ein wenig später im Bresgespark dasselbe Bild: Es ging diszipliniert und entspannt zu. Junge Eltern vertrieben sich die Zeit mit ihren Kindern im Grünen, auf dem kleinen See tuckerte ein Modellboot, Seniorenpaare flanierten durch die Natur.

Auch der Spielplatz im Stadtwald blieb vorschriftsmäßig leer. Er ist wie alle Spielplätze gesperrt. Foto: Ilgner,Detlef (ilg)/Ilgner Detlef (ilg)

Auf den Marktplätzen in Odenkirchen und Wickrath war Ruhe angesagt: Die Bänke waren nach dem Muster im Rheydter Stadtwald besetzt, ein Kind drehte eine Runde auf seinem bunten Fahrrad. Es war ruhig, die Leute wirkten besonnen.

Rundgang auf dem Marktplatz Rheydt: Die Corona-Schutzvorschriften werden auch hier eingehalten. Foto: Sofia Greis

Der Geropark war sogar weniger gut besucht als an Wochentagen. Einige genossen auf den Rasenflächen ein Sonnenbad, aber auch das immer nur zu zweit. Und stets auf Abstand. Am Nachmittag war viel Betrieb im Volksgarten, meist waren junge Familien unterwegs, denen man die Freude über das schöne Wetter ansah. Der Spielplatz blieb verwaist, rundherum saßen die Menschen auf Bänken. Sie schienen sehnlich darauf zu warten, dass bald das muntere Treiben der Kinder wieder losgeht.

So zieht denn auch die Stadt eine positive Bilanz: Am Wochenende waren 40 Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOS) in zwei Schichten unterwegs, um zu kontrollieren, ob die Corona-Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Unter anderem wurden 50 Kinderspielplätze, Sport- und Freizeitanlagen sowie Parks  inspiziert. Am Samstag hatten die Ordnungshüter zudem in Lebensmittelläden die Abstandsregelungen überprüft. Im Einsatz war der KOS noch bei einer Hochzeitszeremonie. Und: Das Ordnungsamt schloss am Wochenende in der Stadt ein Bordell, in dem bestimmt nicht die 1,5-Meter-Abstandsregelung eingehalten worden war.

Insgesamt mussten bis zum späten Sonntagnachmittag nur 13 Verfahren wegen Verstößen des Corona-Schutzgesetzes eingeleitet werden. „Die Bürger waren sehr diszipliniert und haben sich fast ausschließlich an die Vorgaben gehalten“, sagte Stadtsprecher Wolfgang Speen. Am Freitag war aus dem Rathaus noch einmal der Appell an alle geschickt worden, sich trotz des schönen Wetters an die Schutzverordnungen zu halten. „Das haben sich viele wohl zu Herzen genommen“, so Speen.

Auch in den vergangenen Tagen mussten die Ordnungshüter nicht so oft einschreiten, wie anfangs befürchtet.  Seit Inkrafttreten der Kontaktsperre bis zum vergangenen Freitag hat der KOS 54 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten verhängt. Von der Polizei gingen weitere 76 Anzeigen zur Bearbeitung ein. Einschreiten mussten die Beamten zum Beispiel bei Zusammenkünften und privaten Partys, aber auch schon vor dem Wochenende musste in Mönchengladbach bereits ein Bordell geschlossen werden.

„Der Erfolg der Kontrollstreifen spiegelt sich nicht in der Anzahl der erteilten Ordnungswidrigkeitsanzeigen, sondern am Verhalten der Bevölkerung“, sagt Speen. Für Mönchengladbach sei erfreulicherweise festzustellen, dass der überwiegende Teil der Bürger sich an das Kontaktverbot hält. Allein die deutliche Präsenz der Kräfte im Stadtgebiet führe schon dazu, dass sich die Leute an das Kontaktverbot hielten.