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Wuppertaler Alpenverein hat große Pläne

Vereinsentwicklung : Wuppertaler Alpenverein hat große Pläne

Die Fusion der beiden Wuppertaler Sektionen des DAV verlief reibungslos und bietet finanzielle und personelle Voraussetzungen für die zahlreichen Unternehmungen und Projekte.

Aufbruchsstimmung beim DAV Wuppertal: Nach der Fusion der beiden Sektionen Wuppertal und Barmen im Deutschen Alpenverein, die faktisch schon länger zusammen arbeiten, nun auch offiziell einen gemeinsamen Vorstand haben, sieht der neue Vorsitzende Peter Vorsteher den Großverein für die großen Aufgaben der Zukunft gut aufgestellt. Allein die Zahlen beeindrucken. Mit 5600 Mitgliedern ist der DAV Wuppertal der zweitgrößte Verein in der Stadt und nun nahe an den Platzhirsch SV Bayer herangerückt. Während der in der Pandemie Mitglieder verloren hat, war das beim breit aufgestellten Alpenverein nicht der Fall.

Kletterhalle ist nur ein
Teil der vielen eigenen Anlagen 

Der Verein ist als Träger der Kletterhalle Wupperwände an der Badischen Straße, Betreiber der Barmer Hütte und der Elberfelder Hütte in den Alpen, neuer Inhaber des Hotels Haus Astenberg im Sauerland, einer nebenan gelegenen gemütlichen Skihütte und Betreiber von drei Klettergärten (Spreeler Mühle, Sauerland und demnächst im Höfen) auch unternehmerisch in beachtlichem Umfang tätig. Dabei ist die Gemeinnützigkeit Voraussetzung, öffentliche Zuschüsse zu erlangen, ohne die das alles nicht möglich wäre. Stattliche 1,7 Millionen Euro betrug die Bilanzsumme der Sektion Barmen im vergangenen Jahr, vor allem durch den Erwerb des Hauses Astenberg, 800 000 waren es bei der Sektion Wuppertal. „Und da ist die Kletterhalle noch nicht mit eingerechnet“, sagt Peter Bannenberg, der im nach der Fusion jetzt fünfköpfigen Vereinsvorstand für Organisation und Buchhaltung zuständig ist. Durch die Fusion konnten alle nötigen Posten gut besetzt werden. Ingenieur Andreas Sauerwein etwa, zuvor Vorsitzender der Sektion Barmen und wegen seiner großen Verdienste bei der Modernisierung der Barmer Hütte intern auch „Andreas, der Baumeister“ genannt, ist im Vorstand weiter für Hütten und Wege zuständig. 

In vielen Bereichen gibt es eine Doppelspitze. Beispielsweise durch Caroline Lohmann und Florian Weigel in der Jugend, auf die im Verein bei der Ausbildung großer Wert gelegt wird. „Vielleicht sind wir mit dem Zusammenschluss auch Vorbild für so manchen anderen Verein in Wuppertal“, sagt Peter Vorsteher, der als ehemaliger Vorsitzender des Sportausschusses einen guten Einblick in die Wuppertaler Vereinsszene hat und die Probleme kennt, die oft herrschen, Ehrenamtliche für die Vereinsämter zu finden.

Er ist begeistert, wie gut die Fusion in den beiden DAV-Sektionen vorbereitet war und wie reibungslos sie vollzogen wurde. Demnächst will man die Gespräche mit Nachbarvereinen wie LTV, TV Beyeröhde, Breite Burschen oder SV Heckinghausen suchen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten und seine Angebote im Stadtteil deutlich zu machen, die ebenso für die Allgemeinheit interessant sind. Das gilt auch für Schulen, die zum Beispiel Klassenfahrten zu den DAV-Hütten im Sauerland machen können. Durch den Lockdown hat man im Haus Astenberg fast ein Jahr verloren, doch jetzt läuft der Betrieb dort genau wie auf den Hütten in den Alpen. Anders als dort, setzt man im Sauerland natürlich auf den Ganzjahresbetrieb und hofft, dass die Skisaison normal ablaufen kann. Die war im vergangenen Jahr trotz guter Schneelage ausgefallen. Buchbar sind dort Zimmer für jedermann, DAV-Mitglieder zahlen natürlich weniger.

Wann an den Wupperwänden die Arbeiten im Außengelände beginnen können, hängt vom Ergebnis der Ausschreibungen ab, die gerade laufen. Wie berichtet, ist der DAV Wuppertal beim Förderprogramm Moderne Sportstätten NRW mit 430 000 Euro bedacht worden und schießt selbst noch einmal so viel dazu, um draußen einen Kletterturm, neue Boulder und auch eine Speedwand zu bauen, damit man in allen drei Bereichen des Sportkletterns für die Zukunft aufgestellt ist. Der Plan ist, alles noch im nächsten Sommer einzuweihen - ganz sicher mit Franziska Ritter, die als Deutsche Meisterin und Rekordhalterin im Speedklettern das sportliche Aushängeschild der Wuppertaler Sportkletterer ist. Dass das nur die Spitze des Berges der Aktivitäten ist, beweist der Blick ins Impressum des Vereins, in dem Pistenskilauf genauso vertreten ist wie Bergsport, Fitwandern, Handicap-Klettergruppe und selbst Handball. Viel zu besprechen, ist also auf der ersten gemeinsamen Vorstandssitzung am 6. Oktober.