Wuppertal: Wuppertal steht jetzt in Arizonas Wüste

Wuppertal: Wuppertal steht jetzt in Arizonas Wüste

Der Lufthansa-Airbus A340 mit dem Namen der bergischen Metropole wurde ausgeflottet und ist zurzeit in Marana auf dem großen Flugzeug-Parkplatz.

Wuppertal ist jetzt in Arizona. Genauer: in Marana, dem Ziel vieler zeitweise oder endgültig ausrangierter Flugzeuge. Auf dem riesigen Parkplatz in trockener Wüstenluft fristet Wuppertal seit fast einem Jahr sein Dasein, so ein Medienbericht über den Airbus A340 der Lufthansa mit der Kennung D-AIHM.

Das Flugzeug trug in den vergangenen Jahren den Namen Wuppertal, war damit das Patenflugzeug der bergischen Metropole. „Und in dieser Funktion auch ein Stück weit Botschafter und Werbeträger für Wuppertal“, sagt Luise Mertin, bei der Stadt zuständig für Städtepartnerschaften und internationale Kontakte.

Nicht nur sie findet es schade, dass das Patenflugzeug nun offenbar ausgemustert wurde. „Phase out“ — „ausgeflottet“, ist der entsprechenden Lufthansa-Webseite zu entnehmen.

Die meisten Wuppertaler dürften davon kaum etwas erfahren haben: Sang- und klanglos sei der Airbus nun weg, bedauert Mertin.

Der Riesenvogel gehört zu den größten Passagierflugzeugen der Welt: Er hat eine Länge von 75,3 Metern, eine Spannweite von 63,5 Metern und ist 890 Stundenkilometer schnell. 2006 wurde der Flieger in Dienst gestellt. Als eine von seinerzeit 24 Maschinen dieses Typs in der Lufthansa-Flotte war „Wuppertal“ vorwiegend auf der Langstrecke eingesetzt.

Flugzeugen Städtenamen zu geben, ist bei Lufthansa seit mehr als 50 Jahren üblich — im Laufe der Zeit kamen rund 350 getaufte Flugzeuge zusammen. Premiere war im Jahr 1960, als eine Boeing 707 auf den Namen „Berlin“ getauft wurde — und zwar vom damaligen Regierenden Bürgermeister Berlins, Willy Brandt, so ein Lufthansa-Sprecher. Danach haben sich zahlreiche weitere Städte beworben, und später kamen auch Orte aus der ehemaligen DDR hinzu.

Der Name Wuppertal hat bei der Lufthansa ebenfalls eine lange Tradition: 1967 wurde eine Boeing 727 erstmals auf den Namen getauft. Laut Stadt ist er im Laufe der Jahre auf mehrere Flugzeuge vom Typ Boeing 737 und zuletzt eben auf den großen A 340 übertragen worden.

Luise Mertin und mit ihr sicher viele Wuppertaler würden sich freuen, wenn die Stadt namentlich bald wieder von einem neuen Flieger in die Welt getragen würde.

Man habe bei der Lufthansa nachgefragt, aber keine konkrete Aussage zum Thema erhalten. „Es wäre zu begrüßen — insbesondere, da Solingen und Remscheid noch über Patenflugzeuge verfügen“, sagte Mertin im Gespräch mit der WZ.

Solingens Airbus ist ebenfalls ein A340, hat die Kennung D-AIGN. Kleiner ist hingegen der Remscheider Airbus: Es handelt sich um einen A321, Kennung D-AIDJ.

Wuppertal darf aber hoffen. Denn womöglich könnte es ja doch schon bald wieder ein Patenflugzeug geben — nach Unternehmensangaben (siehe Kasten oben) werden die A340, also auch der „Ex-Wuppertal“-Flieger, durch neue Maschinen vom Typ 350 ersetzt.

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