Wuppertal ist die Schuldenhauptstadt Deutschlands

Schuldner-Atlas : Fast jeder Fünfte sitzt in der Schuldenfalle

18,42 Prozent der Wuppertaler sind überschuldet. Quote ist seit Jahren stabil.

Fast jeder fünfte Wuppertaler über 18 Jahre ist überschuldet und damit nicht mehr zahlungsfähig. Nach Bremerhaven mit einer Überschuldungsquote von 21,2 Prozent liegt Wuppertal mit 18,42 Prozent wie auch in 2017 auf dem vorletzten und damit 400. Platz unter allen kreisfreien Städte und Kreise. „Für die nahe Zukunft ist durch schlechtere konjunkturelle Rahmenbedingungen nicht mit einer nachhaltigen Entspannung der privaten Überschuldungslage in Deutschland zu rechnen. Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass die Überschuldungszahlen weiter ansteigen werden“, sagt Verena Kötting von der Creditreform, die als Wirtschaftsauskunftei und Inkassodienstleister privatwirtschaftlich tätig ist.

Seit Jahren gibt die Creditreform einen Schuldneratlas heraus, der die ungleiche Verteilung der privaten Schuldenlast im Bundesgebiet verdeutlicht. In Wuppertal hat sich das Problem der privaten Überschuldung seit Jahren verfestigt. Seit 2004 ist die Quote um 3,39 Prozent gestiegen. Während sich der städtische Haushalt seit 2012 langsam erholt und die Wirtschaft seit Jahren boomt, liegt die Schuldnerquote bei den privaten Haushalten seit Jahren bei etwa 18 Prozent.

Dabei sind die Probleme innerhalb der Stadt ungleich verteilt. 2012 lag sie im Postleitzahlbezirk 42277 (Bereiche von Oberbarmen und Wichlinghausen) sogar bei 29,56 Prozent, während sie in Rondorf knapp im einstelligen Bereich angeseidelt war. Grundlegende Verbesserungen sind auch für 2018 aufgrund der wieder leicht gestiegenen Werte in den besonders betroffenen Quartieren nicht zu erwarten.

Der anhaltende wirtschaftliche Aufschwung, der sich in einem Absinken der Arbeitslosenquote auf 7,9 Prozent ausdrückt, ist damit bei einem Fünftel der Wuppertaler Bevölkerung nicht angekommen. Darauf deutet auch die Unterbeschäftigungsquote von 14,9 Prozent in Wuppertal hin. Erfasst sind in dieser Statistik nicht nur Menschen ohne Arbeit, sondern auch alle, die sich in Fördermaßnahmen befinden.

Schuldnerberatungen bieten in Wuppertal zum Beispiel die Caritas, Diakonie und AWO an. Wenn finanzielle Engpässen zu Problemen bei der Energieversorgung führen, dann empfiehlt es sich, das gemeinsame Projekt der Wuppertaler Stadtwerke und der Verbraucherzentrale „NRW bekämpft Energiearmut“ in Anspruch zu nehmen. ab

(ab)