Wuppertal: Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht die Junior Uni

Bildung : Wuppertaler begegnen Bundeskanzlerin Angela Merkel

Die Staatschefin hat am Montag die Junior Uni besucht und mit Bürgern der Stadt diskutiert.

Am Ende sagte die Bundeskanzlerin: „Die Junior Uni ist eine tolle Einrichtung.“ Rund eine Stunde lang hatte sich Angela Merkel in dem bunten Haus herumführen lassen, in dem Kindern und Jugendlichen von vier bis 20 Jahren Freude am Experimentieren und Lernen vermittelt wird.

Das konnte die Politikerin selbst erleben: Kinder und Jugendliche zeigten ihr Experimente, die sie in den Kursen an der Junior Uni ausprobiert haben, und ließen die Bundeskanzlerin – vor den Objektiven zahlreicher Pressefotografen und Fernsehteams – mitmachen. So durfte Angela Merkel unter anderem mit einigen Computerklicks ein Legoauto so programmieren, dass es vor Hindernissen stoppt, versuchen, einen Tischtennisball mit Hilfe eines Föns in der Luft zu halten, und testen, wie rutschig Laminatbretter durch Sand werden. Als ihr Tischtennisball nicht im Luftstrom schweben wollte, erklärte sie: „Ich muss das noch üben, ich bin nicht umsonst theoretische Physikerin.

Dinge mit einfachen Mitteln praktisch erklären

Herumgeführt wurde sie von Elli (12) und Vito (15). Elli, die vorher auf „Bist du aufgeregt?“ mit „ein bisschen schon“, geantwortet hatte, stellte im Rückblick aufgeräumt fest: „Je länger sie unterwegs war, desto lockerer wurde sie.“ Ihrer Meinung nach hat der Kanzlerin vor allem der Kontakt mit den Studenten gefallen, zu sehen, wie begeistert sie sind.

Aufgeregt waren auch Joel (13) und Moritz (12), die mit Merkel Sportschuhe auf verschmutzten Brettern rutschen ließen. Hinterher sagte Joel: „Es war cool.“ Es habe alles geklappt. „Das war schon ein Adrenalin-Kick, zu denken, da ist die Herrscherin von Deutschland.“ Laurin (13), der Merkel einen dank Trockeneis dampfenden Cocktail gereicht hatte, fand sie „sehr nett“: Man habe gemerkt, dass sie sich wirklich für alles interessiert.

Zum Abschluss kam Angela Merkel auf die Bühne im Foyer vor ein vollbesetztes Publikum. Es hatte ihren Rundgang auf einer Leinwand verfolgt. Hier saßen zahlreiche Unterstützer der Junior Uni, Sponsoren und Politiker, auf deren wichtigen Beitrag Junior Uni-Gründer Ernst-Andreas Ziegler ausdrücklich hinwies.

Merkel sagte, sie sei beeindruckt, wie die Junior Uni Dinge mit einfachen Mitteln ganz praktisch erkläre. Und sie freue sich, so viele Mädchen zu sehen: „Ich hoffe, dass sie über die Jahre nicht vergessen, wie toll die Naturwissenschaften sind.“

Auf der Bühne durfte die Kanzlerin Merkel noch an einem letzten Experiment teilnehmen und ein Gewicht an einem Faden um einen Stab rotieren lassen – ein Versuch, den Antonia (17) für die Deutsche Physikmeisterschaft berechnet hatte. Merkel fragte interessiert nach, wie lange sie an der Berechnung getüftelt habe, und wusste aus Erfahrung: „Wenn man es dann gefunden hat, ist es toll, oder?“

Vito überreichte ihr ein Fotobuch des Besuchs, Elli bedankte sich im Namen der Einrichtung: „Für die Junior Uni ist ein Traum in Erfüllung gegangen.“ Und Ernst-Andreas Ziegler lud Angela Merkel ein, irgendwann einmal einen Kurs an der Junior Uni zu geben. „Ich würde etwas mit Zahlenrätseln machen“, kündigte sie an.

Danke sagte auch Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), Schirmherr der Junior Uni: „Danke, dass Wuppertal hiermit die Chance hat, für die Junior Uni zu werben.“ Er ergänzte: „Wir wollen demnächst mal darüber sprechen, in welcher Form das Land auch ein bisschen helfen kann.“

Kurz darauf brach die Kanzlerin zum nächsten Termin auf, dem Bürgerdialog in der Villa Media. Und in der Junior Uni experimentierten ab 16 Uhr junge Studierende wieder ganz ohne Zuschauer.

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