WSV: So soll das Stadion am Zoo in Zukunft aussehen

Wuppertaler Stadion: So soll das Stadion am Zoo in Zukunft aussehen

Die Umbau-Pläne für das Stadion in Wuppertal sind grundlegend verändert worden. Der Clou des Projektes ist ein Rad- und Gehweg - über das Dach.

Die Area 42 Entwicklungsgesellschaft mbh, Tochter des Bauunternehmens Küpper, hat Politikern und Verwaltung ein überarbeitetes Konzept für das Stadion am Zoo vorgelegt. Die Pläne weichen deutlich von dem ab, was bei einer Auftaktveranstaltung im Dezember 2017 im Barmer Bahnhof präsentiert wurde.

Obwohl weiterhin vorgesehen ist, das Fußballstadion komplett zu überdachen und ein Multifunktionsgebäude hinter der Gegengeraden zu bauen, würde dies weniger als bei den ersten Plänen in die Strukturen des unter Denkmalschutz stehenden Stadions eingreifen. Mindestens 15 000 Plätze soll das Stadion nach dem Umbau bieten, angepeilt sind 20 000 Plätze. Über die Kosten werden in dem Konzept keine Angaben gemacht. Schätzungen gehen von einer Summe in Höhe von mehr als 40 Millionen Euro aus.

Wirtschaftlichkeitsprüfung entscheidet über die Realisierung

Nach Informationen der WZ haben die Planer ein Allianzpapier und eine rechtliche Einschätzung zum Planungsrecht und Denkmalschutz vorgelegt. Parallel dazu läuft die Wirtschaftlichkeitsprüfung durch das Büro Drees & Sommer. Die Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen. Davon wird abhängen, ob die Planung fortgesetzt wird.

„Dank der vertrauensvollen und kooperativen Zusammenarbeit mit vielen Akteuren haben wir die Planung grundlegend verändert und viel stärker auf die Gegebenheiten des Ortes zugeschnitten. Die neue Architektur betont das Wall- und Waldstadion, orientiert sich an den Höhen der Bestandsbebauung und nimmt sich eher zurück.

Auch dem zentralen Mythos der Steherrennen wird in der Neigung der Fassade, der Form des Gebäudes und dem befahrbaren, begehbaren Dach neues Leben eingehaucht“, sagt Thilo Küpper, Geschäftsführender Gesellschafter der area 42 Entwicklungsgesellschaft mbh. Für ihn sei es wichtig, dass der einzigartige Charakter des Stadions am Zoo erhalten bleibe „und in die Zukunft weiter interpretiert werde“. Anfang November sollen die Ergebnisse der Projektanalyse von Drees & Sommer vorgestellt werden. Die Planung wollen die Entwickler dann am 5. November im Barmer Bahnhof gemeinsam mit dem Wuppertaler SV präsentieren.

In dem Allianzpapier geht Prof. Johannes Busmann von der Bergischen Universität auf die Bedeutung des Stadions als Ort ein, der das Image Wuppertals über Jahrzehnte geprägt habe, aber aktuell nur noch wenig Bedeutung als repräsentativer Ort habe.

Die Idee sei es, das Stadion zu reaktivieren, um Mehrwerte für verschiedene Gruppen zu schaffen: für den Zoo und die Anwohner des Zooviertels, für Kinder und Jugendliche über die Buhtz-Stiftung, für Vereine im Umfeld und für den Stadtteil Sonnborn durch die optische Aufwertung des Stadions und seines Umfeldes.

Idee von einem Geh- und Radweg auf dem Tribünendach

In den Investoren-Gebäuden hinter der Gegengerade sieht die neue Planung neben Tagungsräumen und medizinischen Einrichtungen ein Hotel vor. 400 Stellplätze sind in einem schmalen Parkhaus geplant, das nördlich des Böttinger Wegs an das Stadion angepasst werden soll.

Nach Auffassung von Area 42 ist die Umsetzung auch ohne Aufstellung eines Bebauungsplans möglich, da nicht mit einer wesentlichen Mehrbelastung des Zooviertels durch Verkehr zu rechnen sei, so Thilo Küpper.

Eine Genehmigung nach Paragraf 34 des Baugesetzbuchs würde die Umsetzung wesentlich beschleunigen. Beispiele gebe es bei Stadion-Umbauten in Freiburg und Berlin. In beiden Varianten sei eine Bürgerbeteiligung vorgesehen. Auf Anregungen von Fußball-Fans haben die Planer Flutlichtmasten außerhalb der Arena an der Wupper vorgesehen, die das Stadion mit seiner denkmalgeschützten Fassade von außen anstrahlen.

Geradezu visionär wirkt die Idee, einen Geh- und Radweg über das Stadiondach und durch die Haupttribüne zu verlegen. Dies würde das Stadion auch abseits von Veranstaltungen erlebbar machen, allerdings auch einen höheren Personal- und Sicherheitsaufwand erfordern.

Grundlagen für weitere Investitionen sei die Ausgestaltung eines Erbpachtvertrags zwischen der Stadt und area 42 mit einer Laufzeit von 60 Jahren. Die Entscheidung über den Erbpachtvertrag fällt im Stadtrat. Einen Termin für einen Beschluss gibt es noch nicht. Der Gesamtzeitrahmen hängt stark vom Verlauf des Genehmigungsprozesses ab. Eine Fertigstellung bis 2020 scheint aufgrund der vielfältigen offenen Fragen und der Komplexität des Projekts unrealistisch.

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