Wuppertal: Vier Sternsinger für Brüssel

Wuppertal: Vier Sternsinger für Brüssel

Emily, Benedikt, Julian und Andreas werden das Europäische Parlament besuchen.

Wuppertal. „Dankbar erfüllt von unser’m Segen, zieh’n wir Heim auf unser’n Wegen - wir sprechen Gebete und singen Lieder, im nächsten Jahr, da kommen wir wieder“: So wird es sich anhören, wenn die vier Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde St. Raphael am 10. Januar das Europäische Parlament in Brüssel besuchen — als einzige Sternsinger aus ganz Deutschland.

Emily, Benedict, Julian und Andreas, zwischen 12 und 15 Jahren alt, verbringen eine Nacht in Belgien, um sowohl das EU-Parlament als auch die europäische Bischofskonferenz zu besuchen und dort ihren Segen zu lassen. Das tun sie mit einer besonderen Intention: „Es geht um die Botschaft, sich gegen die Erderwärmung und den Klimawandel stark zu machen“, sagt Organisatorin Ursula Tigges. „Dort wird diese Botschaft viele erreichen“, so Julian. Verkleidet als drei Könige und ein Sternträger werden sie den Segen nach Brüssel bringen. Die vier gehören zu jenen Sternsingern, die am längsten in Langerfeld dabei sind. Emily zum Beispiel gehört schon seit neun Jahren zu ihnen. „Ich finde es wichtig, vielen Kindern in Not zu helfen“, sagt sie.

Auch für Andreas ist es „eine große Verantwortung“, wie er sagt. Ihm sei es wichtig, dass alle Kinder die Möglichkeit bekämen, zur Schule zu gehen und genügend Essen zu haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Sternsinger von St. Raphael wichtige Institutionen besuchen: In den vergangenen Jahren waren einige von ihnen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin und bei Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue. Dadurch haben sie auch die Gelegenheit bekommen, nun im EU-Parlament zu singen, erklärt Tigges.

Auf dem Programm in Brüssel steht außerdem der Besuch des Museums des Europäischen Parlaments. Allerdings wird den vieren nicht viel Zeit bleiben, die belgische Hauptstadt zu besichtigen, denn es stehen auch dort Proben auf dem Plan. „Mir ist es wichtig, einige Sehenswürdigkeiten dort zu sehen“, sagt Emily. „Es ist ein kleiner Bonus für diejenigen, die fleißig sind“, betont Ursula Tigges. Sie sehe es als neuen Ansporn und kleine Belohnung für das Engagement in der Gemeinde.

Außer den Langerfeldern werden noch Sternsinger aus Belgien, Rumänien, Ungarn und Österreich in Brüssel sein. Jedes Jahr gebe es ein Beispielland, an dem das Leid in der Welt deutlich gemacht werde, erklärt Tigges. „Gemeinsam für Gottes Schöpfung in Kenia und Weltweit“ heißt das Motto für die Sternsinger in diesem Jahr. So haben die anderen Sternsinger aus Langerfeld, die im Januar von Haus zu Haus ziehen, den „Unity Song aus der Turkana“, auf ihrem Programm— das ist ein Ort in Kenia. „In der Turkana ist es sehr trocken, auch bedingt durch die Erderwärmung“, so Tigges. Die Spenden würden jedoch auf verschiedene Länder aufgeteilt und seien nicht ausschließlich für Kenia bestimmt. Durch die Einnahmen der Sternsinger wurden schon einige Brunnen in armen Ländern gebaut.

Für Emily, Benedict, Andreas und Julian heißt es bis zum Januar: doppelt lernen. Denn parallel müssen sie auch die Texte lernen, die dann an den rund 70 Häusern in Wuppertal gesungen beziehungsweise gesprochen werden sollen. Ganz stolz erzählen sie, dass sie durch den Aufenthalt in Brüssel zwei Tage länger Urlaub haben — was natürlich auch ein kleiner Anreiz ist, noch weitere Jahre bei den Sternsingern zu singen.