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Unwetter: Lage in Wuppertal entspannt sich langsam - Ein Überblick

Unwetter : Lage in Wuppertal entspannt sich langsam - Ein Überblick über die aktuelle Situation

Die Lage in Wuppertal entspannt sich ein wenig nach dem verheerenden Unwetter und Dauerregen der letzten Tage. Ein Überblick über die Situation.

Wie die Stadt am Freitagabend bekannt gab, sinkt der Wupperpegel weiter. Zehn Zentimeter pro Stunde geht das Wasser zurück, vermeldet die Stadt. Damit liegt der Pegel zwar immer noch 1.10 Meter über dem Normalstand, im Vergleich zu gestern aber deutlich niedriger.

Gleichzeitig wird die Dimension der Schäden mit jedem freigepumpten Gebäude deutlicher. Alleine der Ersatz der überfluteten Maschinerie und Haustechnik des Opernhauses wird nach erster Einschätzung des Gebäudemanagements eine Dimension von mindestens sechs bis sieben Millionen Euro haben, erklärte die Stadt. Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Krisenstabsleiter Johannes Slawig begrüßten die Aussagen von Bund und Land, dass die betroffenen Kommunen mit den Folgen nicht alleine gelassen würden.

Neben der Oper hat es auch das Kolkmannhaus, die Volkshochschule Auer Schulstraße, Schauspielhaus und Wuppertaler Hof sowie einige Turn- und Sporthallen besonders hart getroffen. Das Einwohnermeldeamt und die Stadtbibliotheken konnten immerhin am Freitag ihren Betrieb wieder aufnehmen. Am Samstag öffnet auch das Von der Heydt-Museum wieder.

Der Tag nach dem Hochwasser: So geht es den Betroffenen in Wuppertal

Der Wupperverband hat derweil bekannt gegeben, dass die Pegelstände am Montag unter einem Meter liegen würden, sodass Untersuchungen an den Ufermauern, den Fundamenten der Schwebebahn sowie der Fernwärmeleitung vorgenommen werden können.

Besonders gelobt hat die Stadt die vielen freiwilligen Helfer. „Der Wunsch, mit anzupacken und zu helfen ist riesig“, freut sich Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. „Das macht Mut und auch stolz auf diesen Gemeinschaftsgeist der Stadt“, so der Oberbürgermeister weiter. Bei einer ersten koordinierten Aktion kamen am Donnerstagabend bereits über 70 Helfer, um dem THW in Ronsdorf beim Sandsackfüllen zu helfen. Die Anteilnahme der Menschen war so groß, dass der Aufruf via Social Media kurze Zeit später gestoppt werden konnte. Gleichzeitig gibt die Feuerwehr bekannt, dass die Menschen ein wenig Geduld haben müssen, um zu helfen. Das Wasser muss noch weiter zurückgehen, damit sichere Einsätze möglich sind, erklärt die Feuerwehr.

Gleichzeitig arbeiten Feuerwehr und Hilfsorganisationen weiter am Limit, wie die Stadt erklärte. Mit weiteren unterstützenden Einheiten von außen rechnet Feuerwehr-Chef Ulrich Zander aktuell nicht, denn hier müssen die Städte und Regionen Vorrang haben, die noch viel schlimmer vom Hochwasser getroffen wurden als Wuppertal. „Es gibt viel Verständnis für die Gesamtsituation und dafür, dass nicht allen gleichzeitig geholfen werden kann, sondern die Einsätze priorisiert werden müssen“, lobt Zander die Wuppertaler Bürger.

Die Reparaturen der vielen Schäden hat längst begonnen und läuft auf Hochdruck. Verkehrsdezernent Frank Meyer konnte auch hier leichte Entwarnung geben. Es seien viele kleine und mittlere Schäden, aber wohl nichts Großes. Alle Ampeln an den Hauptkreuzungen laufen bereits wieder. Ausnahme ist die Ausfahrt der Busse am Döppersberg.

Am Donnerstagabend konnte bereits die Kreuzung Alter Markt wieder freigegeben werden. An vielen Brücken in Wuppertal gibt es noch immer Probleme mit Treibgut. Eine Brücke im Morsbachtal hat das Hochwasser komplett mitgerissen, so die Stadt Wuppertal in einer Erklärung. Die L 74 und Beyenburger Straße konnten wieder freigegeben werden. Auch für die B 7 im Bereich Opernhaus wird für noch am Freitag mit einer Freigabe gerechnet.

Das THW Wuppertal hat auch eine erste kleine Bilanz der letzten drei Tage gezogen. Durch die Unterstützung von anderen Ortsverbänden waren insgesamt rund 250 Hilfskräfte im Einsatz. Wie das THW bekannt gab, waren der Beinahe-Abriss einer Strom-Trasse, die Einsturzgefahr der Kreuzung Alter Markt, die vollgelaufenen Kellerräume eines Betriebes an der Öhder Straße und das Cinemaxx Kino die größten Einsätze. In der Firma waren rund 25 Millionen Liter Schmutzwasser im Keller. Im Kino war die Situation so heikel, dass die Einsätzkräfte noch Reste von Popcorn-Tüten fanden, da die Besucher fluchtartig das Gebäude verlassen mussten.