Ein Sommerfest für den Dialog

Islamische Gemeinschaft feierte auf dem Lienhardplatz.

Vohwinkel. Viel Raum und wenig Menschen — so sah es am Samstag auf dem Lienhardplatz aus, nachdem die Markthändler ihre Stände geschlossen hatten. Für Yüksül Köse dennoch kein Grund, das neben dem Markt veranstaltete Sommerfest des Ortsvereins Vohwinkel der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) für gescheitert zu erklären. „Die meisten kommen erst ab etwa vier Uhr“, weiß er aus der Erfahrung von 2012, als die Gemeinde erstmals zum Zusammensein auf dem Platz eingeladen hatte. Er rechnet mit etwa 500 Besuchern.

Was deutsche Gäste angeht, so hat Köse bereits eine wichtige Erfahrung gesammelt: „Sie holen bei uns ein wenig Essen und gehen dann wieder.“ Das ist nicht unbedingt das Anliegen der IGMG. Sie will vielmehr über das Fest in den Dialog treten und vermitteln, welche Aktivitäten die Gemeinschaft in Vohwinkel auf die Beine stellt.

Die IGMG ist ein von 16 islamischen Gemeinschaften, die in Wuppertal tätig sind und untereinander einen regen Austausch pflegen. Wie bei den meisten im Bunde war es auch bei der 1995 gegründeten Milli Görüs ursprünglich das Hauptanliegen, eine Plattform für die aus der Türkei eingewanderten Arbeiter zu bieten und Wege zur Ausübung ihres islamischen Glaubens zu ebnen. Etwa 120 Mitglieder umfasse der Verein aktuell, sagt Köse. Das dreitägige Fest diene auch dazu, diese Mitglieder einmal außerhalb der Moschee zusammenzuführen.

Darbietungen mit religiösen Hintergründen bestimmen dennoch das Bühnenprogramm. So demonstriert Fatih Karadeniz, wie glasklar er im muslimischen Unterricht den Gebetsruf gelernt hat. Wenn die deutschen Gäste darauf auch mit Zurückhaltung reagieren, so unterstützen sie doch indirekt die Arbeit der IGMG. Denn die Erlöse aus dem Fest einschließlich der Essensverkäufe fließen in die Arbeit der Gemeinschaft. Etwa 50 ehrenamtliche Helfer sind dafür tätig, darunter auch ein Kalligraph und eine junge Malerin, die ihre Bilder zum Verkauf anbieten.

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