Kaisermeile: Zwei neue Pläne ersetzen das Großprojekt

Kaisermeile: Zwei neue Pläne ersetzen das Großprojekt

Ausstieg des Mit-Investors macht neues Verfahren notwendig. Politiker wollen Investor Clees vertraglich unter Druck setzen.

Vohwinkel. Der alte Masterplan für das Großprojekt Kaisermeile ist endgültig vom Tisch: Nach dem Ausstieg von Kolk-Geschäftsführer Claus Schulz aus dem mit Investor Uwe Clees gemeinsam vorgesehenen Großprojekt Kaisermeile muss jetzt das Verfahren überarbeitet werden. Notwendig sind jetzt zwei neue Bebauungspläne, die den Bereich zwischen Kaiserstraße und Lienhardstraße abdecken.

Die neuen Pläne lösen den alten Gesamtplan ab, der auch die Randbebauung des Lienhardplatzes umfasste. Diese ist jetzt ein gesonderter Teil des Vorhabens. Durch die Neuordnung möchte sich die Stadt weiterhin Steuerungsmöglichkeiten für die Flächen vorbehalten. Entscheidender Nachteil der Aufteilung: Es wird nun deutlich schwieriger, die von Uwe Clees angestrebte Entwicklung des ehemaligen Gebhard-Gebäudes mit einem neuen Kaufland-Supermarkt an die von ihm ebenfalls zugesagte Lienhardplatz-Randbebauung zu koppeln.

„Das vertraglich abzusichern ist nicht einfach — und eine Garantie gibt es wahrscheinlich nicht“, erklärte Wolfram Röhrig vom städtischen Ressort Bauen und Wohnen. Er stellte die neuen Pläne bei der Sitzung der Vohwinkeler Bezirksvertretung (BV) am Mittwoch vor. Bürger und Politiker befürchten, dass Uwe Clees nach der Realisierung des Kaufland-Marktes die Lienhardplatz-Entwicklung auf die lange Bank schieben könnte. Der Investor hatte aber wiederholt beteuert, auf jeden Fall beide Vorhaben zügig umsetzen zu wollen.

„Trotzdem bleibt ein großes Fragezeichen“, gab SPD-Fraktionssprecher Georg Brodmann in der BV zu bedenken. „Die Verträge müssen in dieser Hinsicht so gut es geht abgesichert werden.“Das Verfahren steht jetzt mit dem Aufstellungsbeschluss noch am Anfang. Darüber fällt die Entscheidung am 3. Juli im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Anschließend folgt die Beteiligung von Bürgern und Behörden. Wie es dann zeitlich weitergeht, ist unklar. Uwe Clees möchte zumindest die maroden Gebäude am Lienhardplatz möglichst noch in diesem Jahr abreißen lassen.

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