Das Lessingquartier nimmt Form an

Nachfrage besteht laut Investor vor allem nach Mietwohnungen.

Vohwinkel. Mit großen Schritten geht die Umsetzung des Lessingquartiers voran. Die Rohbauten haben bereits deutlich sichtbar Form angenommen. Zwischen Lessingstraße, Reuterstraße und Scheffelstraße entstehen insgesamt 70 Wohneinheiten. Ein Haus an der Lessingstraße ist so gut wie fertig gestellt. Dort wurden Musterwohnungen eingerichtet. Sie können nächste Woche bei einem Tag der offenen Tür besichtigt werden.

Die Firma Berg Immobilien investiert für im Dichterviertel rund 13 Millionen Euro. Die Arbeiten haben im Herbst begonnen und sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein. „Wir sind voll im Zeitplan“, berichtet Investor Vladislav Berg. Besonders der milde Winter habe dem Projekt geholfen. Die Nachfrage sei hoch, besonders nach Mietwohnungen. Deren Anteil soll beim Lessingquartier daher zwei Drittel betragen. Der Rest wird Eigentum. Diese Aufteilung beruht auf Erfahrungen der Firma in Nächstebreck. Dort hat Berg Immobilien bereits in den letzten Jahren die Projekte Spelleken Park und Spelleken Quartier realisiert. Dabei entstanden über 130 Wohnungen. Die Bebauung kam in der Nachbarschaft gut an.

Ganz anders in Vohwinkel. Hier hatte es massive Proteste der Anwohner gegeben. Sie kritisieren eine aus ihrer Sicht zu massive Bauweise und befürchten Verkehrsprobleme. Angesichts der heftigen Kritik waren die Entwürfe zunächst überarbeitet worden. Die Vohwinkeler Bezirksvertretung hatte sich für eine Reduzierung von knapp 90 auf 70 Wohneinheiten eingesetzt und befürwortet das Projekt in dieser Form mehrheitlich. Die Anwohner hätten sich aber eher das ursprüngliche Konzept mit rund 30 Einfamilienhäusern gewünscht. Dies ließ sich allerdings nicht vermarkten und war durch das angrenzende Gewerbe laut Stadt auch aus Schallschutz-Gründen nicht umsetzbar.

Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann hält die Reduzierung auf 70 Wohneinheiten für einen „guten Kompromiss“. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gerade für junge Familien habe für die Entwicklung des Stadtteils eine hohe Priorität. Verwaltung und Politik verweisen außerdem darauf, dass es sich beim Baugelände um eine langjährige Brache gehandelt habe, die ursprünglich als Gewerbegebiet entwickelt werden sollte. Nach Ansicht der Stadt ist die Umsetzung als Wohnraum für das Quartier die deutlich bessere Lösung. Diese passe sich der vorhandenen Bebauung im Dichterviertel an.

Beim Thema Verkehr verspricht der Investor die Schaffung von etwa einem Stellplatz pro Wohneinheit, als Tiefgaragenplätze. Entwarnung gibt es laut Berg Immobilien bezüglich mehrerer Hohlkörper unter dem Gelände. Anwohner hatten im Vorfeld der Bebauung vor Bodenabsenkungen durch Bunkeranlage aus dem zweiten Weltkrieg gewarnt. „Das hat sich nicht bestätigt“, sagt Vladislav Berg. ebi