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Sonnborn: Platz schaffen fürs neue Zentrum

Sonnborn: Platz schaffen fürs neue Zentrum

Der Abriss für den neuen Discounter am Sonnborner Ufer läuft.

Sonnborn. An der Sonnborner Straße herrscht Blitzlichtgewitter: Immer wieder werden Kameras und Handys gezückt. Passanten bleiben stehen und beobachten mit Spannung das Treiben hinter der Absperrung. „Man könnte meinen, dass hier ein Popstar sein Unwesen treibt“, lacht Zuschauerin Bärbel Schäfer. Dabei geht es hier um einen ganz anderen Giganten: um das Bauprojekt am Sonnborner Ufer, wo ein neuer Aldi-Markt entstehen soll. Seit dort die Bagger angerollt sind, herrsche drum herum regelrechte Aufbruchsstimmung, so Schäfer.

Auf der Baustelle ist die Stimmung gut: „Wir haben bereits Platz geschaffen, um mit dem Abbruch des alten Hotels beginnen zu können. Gerade werden von unseren Facharbeitern die Dachpfannen mit der Hand entfernt. Auch den Dachstuhl müssen wir Stück für Stück abreißen, bis wir mit dem kompletten Gebäudeabbruch beginnen können“, erklärt Manuel Knepper, Geschäftsführer des Entsorgungsfachbetriebs Wilhelm Knepper.

Obwohl die Baustelle am Sonnborner Ufer nur wenige Meter von den Schwebebahn-Schienen entfernt ist, geht der reguläre Fahrbetrieb weiter. Um die Sicherheit aller Beteiligten gewährleisten zu können, werden die Dachziegel des 16 Meter hohen Hotels nach und nach wie kleine Steinbrocken per Hand auf einen Schutthaufen geworfen. „Bis wir eine Höhe erreicht haben, die unterhalb der Schwebebahn liegt“, sagt Manuel Knepper.

Zehn Facharbeiter sind an diesem Morgen im Einsatz. Wie sie gelben Engel leuchten die in ihren Schutzwesten hoch am Dach des noch erkennbaren Hotels.

„Alle sind mit einem Stahlseil gesichert. Da kann nichts passieren“, versichert Knepper und deutet auf die Schutthaufen im Zentrum der Baustelle: „In etwa zwei Wochen sind wir hier komplett fertig. Bis dahin haben wir das Recyclingmaterial des Gebäudes gebrochen, das dann als Untergrund für andere Häuser oder für den Straßenbau weiterverwertet werden kann.“

Ricarda Hens, Anwohnerin und Organisatorin des Sonnborner Flohmarktes, beobachtet das Geschehen mit Freude: „Alle werden von dem neuen Discounter profitieren. Es gibt ja einige, die sich wegen des Baustellenstaubs beschweren oder kritisieren, dass die alten Häuser abgerissen werden. Dabei kann der neue Aldi-Markt nur zur Weiterentwicklung des Stadtteils führen — da bin ich mir sicher“, betont sie.

Birgitt Busch, die ein Geschäft direkt gegenüber der Baustelle betreibt, stimmt zu: „Es ist, als würde der Stadtteil aus seinem Winterschlaf erwachen“. Nachdem in den vergangenen Jahren die Zahl der Leerstände an der Sonnborner Straße immer weiter zugenommen hatte, sei nun eine Aufwertung des Stadtteils zum Greifen nahe — so die Hoffnung.