Die Rolling Stones als ständige Inspiration

Die Rolling Stones als ständige Inspiration

Uwe Kahl zeigt seine gesammelten Werke im Ottenbrucher Bahnhof. Es wird rockig.

Briller Viertel. Uwe Kahl hat sie alle gemalt. Mick Jagger und Keith Richards und überhaupt alle Stones. Der Wuppertaler, Künstlername kahluwe, ist Fan der ersten Stunde. Seit mehr als 50 Jahren inspirieren ihn die Urgesteine der Rockmusik. Bandfotos, Songtexte und Albumcover sind Quellen für großflächige Bilder und Collagen.

Unter dem Titel „It’s only Rock’n’Roll, but I like it“ stellt er jetzt seine gesammelten Stones-Werke im Ottenbrucher Bahnhof aus. Mit dieser Bilderschau endet die Ära von Inhaberin Jette Müller, die wie Kahl seit Jahrzehnten zur Musiker- und Künstler-Szene im Tal gehört. Für 2018 sucht sie einen neuen Pächter für die Bahnhofsgastronomie.

Der 81-jährige Kahl weiß noch wie heute, wo und wann ihn die Rolling Stones zum ersten Mal elektrisierten. 1964 hörte der leidenschaftliche Blues-Fan einen Song, der ihn alles andere vergessen ließ - sogar die Freundin, die da in seinen Armen lag. Welcher Song war’s? „Time is on my side“, antwortet Kahl ohne zu zögern und strahlt.

Von da an waren die „Rollenden Steine“ Teil seines Lebens - und seiner Kunst. Zwei Jahre nach der Begegnung mit „Time is on my side“ machte ein Filmemacher Kahl mit Anita Pallenberg, Freundin und Muse der Stones, bekannt. Später erlebte der Maler Jagger & Co. ein halbes Dutzend Mal auf der Bühne. Sein langjähriger Bekannter Horst Harguth berichtet, dass sich Kahl auch von der Live-Performance des Frontmanns inspirieren ließ. „Er kann tanzen wie Mick Jagger“, sagt Harguth. „Da war er schon Mitte 70!“ Bis in die kleinsten Bewegungen habe er den Sänger studiert.

Die ersten Stones-Bilder bekam die Öffentlichkeit 1973 zu sehen - bei einer Gemeinschaftsausstellung im Von der Heydt-Museum. Da lebte Kahl bereits in Elberfeld und gehörte zur Künstlerszene, die sich rund um die „Galerie 360 “ gebildet hatte.

Ein echter Fan möchte seine Idole natürlich auch persönlich kennenlernen. Nach einem Konzert traf Kahl auf den Bassisten Bill Wyman - wie er selbst Jahrgang 1936 - und konnte sich mit ihm über Gott und die Welt unterhalten. Aufenthalte in London nutzte er, um im von Wyman geführten Lokal vorbeizuschauen. Ehrensache war auch ein Besuch am Grab des mit 27 Jahren verstorbenen Brian Jones.

Die Stones sind kahluwes ewiges Thema. Aktuell arbeitet er an Porträts von Bill Wyman und Schlagzeuger Charlie Watts. Das passt gut zu seinem Motto: „Weiter malen, weiter malen.“

Uwe Kahls Stones-Bilder sind noch bis zum 20. Dezember im Ottenbrucher Bahnhof in Elberfeld zu sehen. Adresse: Funckstraße 94, 42115 Wuppertal. Öffnungszeiten: täglich ab 18 Uhr (außer montags).

www.ottenbrucher-bahnhof.de

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