Café-Landschaft ist im Wandel

In der Varresbeck haben Lokale geschlossen und Inhaber gewechselt.

Varresbeck/Elberfeld. „Aus familiären Gründen geschlossen“ heißt es an den Fenstern der „Kaffee Konditorei Kirberg“ an der Krummacherstraße 1, und im Internet steht sogar „dauerhaft geschlossen“, wenn man das traditionsreiche Café aufruft. Das hatte jahrzehntelang nicht nur Beerdigungsgesellschaften des nahe gelegenen Friedhofs Gelegenheit zu gedämpfter Konversation gegeben, sondern war auch als Ausflugslokal im Bereich Varresbeck beliebt. Für Nachfragen der WZ stand die Familie Kirberg leider nicht zur Verfügung.

Auch die für ihre exzellenten Torten (Spezialität Malakov-Torte) berühmte „Conditorei Morgenroth“ in der Varresbecker Straße hat schon seit geraumer Zeit die Tür zu ihrem Gastraum und der Verkaufstheke geschlossen. Allerdings gibt es dort jetzt an gleicher Stelle „Amos Café“, das von dem aus Marokko stammenden Mohamed Achaaibi betrieben wird und nur denselben Namen trägt wie das gleichnamige Café in Berlin Kreuzberg, aber ansonsten zu diesem keine Verbindung hat.

Mohamed Achaaibi ist seit Anfang Oktober Inhaber des alteingesessenen Kaffeehauses. „Ich bin dabei, mir einen neuen Kundenstamm aufzubauen“, so Achaaibi, dem es nicht gelungen war, die Gäste aus alten Morgenroth-Zeiten für sich zu gewinnen.

Café ist übrigens keine ganz korrekte Beschreibung angesichts der hauptsächlich dort konsumierten Getränke. „Meine Gäste bevorzugen Tee“ erklärt Mohamed Achaaibi, der sein Lokal allerdings nicht als Veranstaltungsort für Beerdigungsgesellschaften sieht.

Bleibt im Bereich Varresbeck noch das Café Nägele oben am Otto-Hausmann-Ring, dem auch das Café Michaelis an der Hochstraße und das Café Bredtchen an der Hainstraße angeschlossen sind, die beide in unmittelbarer Nähe von Friedhöfen liegen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung