Zeitzeuge ist Gast in Alter Synagoge

Wolfgang Kotek wurde 1930 in Elberfeld geboren.

Elberfeld. Anlässlich des Jahrestages der Novemberpogrome 1938, denen in Wuppertal die beiden großen Synagogen in Elberfeld und Barmen zum Opfer fielen, hat die Begegnungsstätte Alte Synagoge Dr. Wolfgang Kotek aus Rotterdam als Zeitzeugen eingeladen. Am Donnerstag, 9. November, um 19 Uhr ist Wolfgang Kotek in der Begegnungsstätte Alte Synagoge an der Genügsamkeitstraße zu Gast. Er wurde 1930 als einziges Kind des Schneiders Max Kotek und seiner evangelischen Frau Luise in Elberfeld geboren.

Am 28. Oktober 1938 wurde Max Kotek, wie fast alle der rund 17.000 polnischen Juden des Reichs, an die deutsch-polnische Grenze nach Zbaszyn (Bentschen) deportiert. In den nächsten Tagen wagten Mutter und Sohn kaum, sich zu Hause aufzuhalten und besuchten häufig Freunde und Verwandte. Dann brannten die Synagogen, und Luise Kotek versuchte, ihren Sohn in Holland unterzubringen.

Am 16. November verließ Wolfgang Kotek Wuppertal und lebte in der Folge in insgesamt 14 holländischen Pflegefamilien — zunächst legal, nach dem Einmarsch der Deutschen im Mai 1940 untergetaucht. Sieben Jahre waren Mutter und Sohn getrennt, während es dem Vater im September 1939 gelang, von Polen nach Holland zu kommen. Durch den Kriegsausbruch war es ihm nicht möglich, nach Polen zurückzukehren, was ihm vermutlich das Leben rettete. In Holland überlebte er, wie sein Sohn, versteckt.

Das Grußwort spricht Oberbürgermeister Andreas Mucke. Der Eintritt ist frei. Red

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