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Verkehrs-Erziehung: „Jedes verletzte Kind ist eines zuviel“

Verkehrs-Erziehung: „Jedes verletzte Kind ist eines zuviel“

Mit einer Aktion an Schulen will die Polizei für mehr Sicherheit für Kinder sorgen.

Barmen. "Siehst du mich?" steht auf neongelben Schildern geschrieben. Diese hängen nicht etwa an einer Wand, sondern auf den Rücken von 58 Kindern, die Dienstag früh in Barmen Autofahrer zu mehr Rücksicht im Straßenverkehr ermuntern wollten. Die Aktion war der Auftakt für eine dreitägige Kampagne von Polizei und Schulen im Bergischen. 19 weitere Wuppertaler Schulen werden am Mittwoch und Donnerstag ebenfalls mitmachen.

"134 Kinderunfälle gab es im letzten Jahr", sagte Polizeidirektor und Leiter der Direktion Verkehr, Dittmar Hoga - alles Kinder, die am Wuppertaler Straßenverkehr teilgenommen haben. Eine erschreckende Zahl, veranschaulicht durch 134 Kuscheltiere, die demonstrativ vor das Schulgebäude gehängt wurden. Herzen, Bären, Hunde - jedes stand für ein verletztes Kind.

Dann ging es in den Straßenverkehr: Ausgerüstet mit Sicherheitsdreiecken, überreichten die Kinder den Autofahrern kleine Botschaften auf selbstgebastelten Bären. "Autofahrer sollen langsamer fahren und aufpassen", erklärte die achtjährige Melissa. "Autofahrer müssen auf Ampeln achten", meinte Luca (7). Ludger Smoch-Fuhrmann, einer der angehaltenen Autofahrer, war beeindruckt: "Ich habe selber einen elfjährigen Sohn und finde solche Aktionen ganz wichtig", sagte er.

Die Verantwortung liege aber nicht bei den Autofahrern allein, betonte Klaus Theisen von der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei. "Auch die Eltern und Kinder müssen sensibilisiert werden." Das wurde vor allem mit Dummy "Holger" erreicht, der die Größe und das Gewicht eines Schulkindes hatte und zu Demonstrationszwecken mit einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern angefahren wurde. "Das hätte ich jetzt nicht erwartet", erschrak Lehrerin Yvonne Unger, als der Dummy mehrere Meter durch die Luft schleuderte. "Jedes verletzte Kind ist eines zuviel", mahnte Hoga.