Stadt Wuppertal kämpft in kleinen Schritten gegen Angsträume

Sicherheit : In kleinen Schritten gegen angstbesetzte Räume

Arbeitsgruppe hat kritische Stellen im Blick – derzeit fehlt aber eine wichtige Mitarbeiterin.

Dunkle Unterführungen, wenig belebte Ecken, schlecht einsehbare Wege – solche Orte können Angsträume sein. Seit Jahren hat die Stadt solche Problemstellen im Blick: 2008 wurde das erste „Angstraumkonzept“ erstellt und seither mehrfach aktualisiert.

33 Angsträume wurden darin zuletzt identifiziert. Einige haben bereits Verbesserungen erlebt, andere wurden sogar aus der Liste der angstbesetzten Räume entfernt. Denn das ist das Ziel der Auflistung: Probleme zu erkennen und sie angehen.

„Zu jedem Platz gibt es Maßnahmen“, versichert Carsten Vorsich, Leiter des Ordnungsamts, der derzeit Ansprechpartner ist. Denn die Leiterin der Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung, Polizei und sozialen Verbänden ist länger erkrankt. Daher liege die anstehende Aktualisierung des Konzepts im Moment brach, berichtet Vorsich. Aber die Maßnahmen laufen weiter: „Das fällt in ganz viele Zuständigkeiten.“ Das Grünflächenamt schneide Bewuchs zurück, der Eigenbetrieb Straßenreinigung Wuppertal säubere, es würden Beleuchtungen verbessert und Wege repariert.

Für Vorsich ist der Döppersberg das Paradebeispiel für die gelungene Veränderung: „Da ist es jetzt offen, hell, sauber und belebt. Das ist überhaupt kein Angstraum mehr.“ Auch der Platz der Republik und die Preßburger Treppe haben solche positive Veränderungen erlebt.

Die schlimmste Kategorie
ist derzeit nicht gelistet

Für die Liste der Angsträume hat die Stadt Bezirksbeamte sowie Mitarbeiter von Ordnungsamt, Stadtwerken, Bundespolizei und Bahn befragt, die Kriminalstatistik einbezogen und bauliche Verhältnisse, Beleuchtung und Einsehbarkeit dokumentiert. Die untersuchten Orte wurden in vier Kategorien eingestuft, wobei die schlimmste „extrem angstbesetzt“ nicht vorkommt.

Die Note 3 – „deutlich angstbesetzt“ – haben im letzten Konzept von 2015 Karlsplatz und Berliner Platz erhalten. Am Karlsplatz wirken „Menschen mit subjektiv unerwünschtem Verhalten“ negativ, ebenso Ratten und Graffiti. Für mehr Übersichtlichkeit wurde das Grün beschnitten, „aber das wächst nach“, stellt Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD) fest. Auch die Ratten seien nach Bekämpfungsaktionen wiedergekommen. „Das hilft alles nur ein paar Wochen.“ Er hofft, dass das neue Konzept für die Rathaus-Galerie auch zu einer Belebung des Platzes führt.

Schwierig findet Vitenius Bahnunterführungen wie die von der Wolkenburg zur Barmer Straße. Unterführungen könne man nie völlig einsichtig machen. Hier wünscht er sich als nächstes eine Reparatur des Bodens. Und beim Spielplatz Bergstraße, der gerade neue gestaltet und schon wieder mit wilden Graffiti besprüht wurde, soll es Anfang 2020 Gespräche mit dem Haus der Jugend geben.

Am Berliner Platz hat sich die Lage nach Aussage von Bezirksbürgermeisterin Christel Simon (CDU) verbessert: „Etliche Bürger haben mir das schon berichtet.“ Die Polizei konnte mit verstärkter Präsenz die Drogenkriminalität zurückdrängen. „Die Bürger freuen sich, wenn sie die Polizei sehen“, sagt Christel Simon.

Ludger Kineke, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, wünscht sich mehr einfache Maßnahmen, um etwa dunkle Unterführungen zu verbessern: „Einfach mal sauber machen, neue Farbe und bessere Beleuchtung.“ In der Unterführung am Alten Markt stehe dagegen das Wasser, die Beleuchtung scheine Jahrzehnte alt. „Zuhause muss man doch auch alles pflegen.“

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