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Sorge wegen Quarantäne - Wuppertaler Eltern fordern mehr Kommunikation

Quarantäne-Regeln : Sorge wegen Quarantäne - Eltern fordern mehr Kommunikation

Immer mehr Schüler befinden sich in Quarantäne. Die Eltern beklagen mangelnde Kommunikation und hoffen auf Veränderung.

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen befinden sich immer mehr Menschen in häuslicher Quarantäne. Jetzt beklagen Eltern die schlechte Kommunikation mit dem Gesundheitsamt.

Ein Vater, dessen Sohn in die vierte Klasse der städtischen Grundschule Corneliusstraße in Vohwinkel geht, und der aus Sorge um seinen Sohn nicht genannt werden möchte, kritisiert die Kommunikation: „Seite Ende September befinden sich mein Sohn und ich in häuslicher Quarantäne. Aber niemand sagt uns etwas Genaues.“ Die Mitarbeiter vom Gesundheitsamt riefen jeden Tag an und erkundigten sich nach dem Befinden seines Sohnes. „Wenn ich jedoch frage, wann mein Sohn und ich denn getestet werden sollen, bekomme ich keine Antwort.“

Das versteht der alleinerziehende Vater nicht, der sich freiwillig in Quarantäne begeben hat. Sein Sohn muss bis zum 12. Oktober in Quarantäne bleiben. Mehr weiß der Vater nicht und das sorgt bei ihm für Unmut. „Warum wird nicht mit uns gesprochen?“

Stadtsprecherin Martina Eckermann bittet um Verständnis und erklärt das Handeln der Stadt bei einem Infektionsfall an einer Schule: „Alle betroffenen Eltern werden umgehend nach Eingang der Meldung und Klärung der Kontaktpersonen mit Elternbriefen via Schulleitung über den Infektionsfall an ihrer Schule und das folgende Verfahren informiert. Sobald es neue Informationen gibt, folgen weitere Elternbriefe.“

Getestet werden
nur Kontaktpersonen

Die Stadt hält sich damit an die Vorgaben des Robert Koch Institutes. Warum es zu Wartezeiten bei den Testterminen kommt, erklärt Eckermann so: „Es sollen alle Kontaktpersonen getestet werden. Diese Reihentestungen erfordern umfangreiche logistische Vorbereitungen. Diese laufen unter Hochtouren. Feuerwehr und Hilfsorganisationen verstärken das Gesundheitsamt erneut mit Testteams.“

Eckermann entschuldigt sich auch für die Verzögerungen: „Aufgrund der Vielzahl der Fälle können konkrete Termine aktuell nicht für jede Schule zeitnah mitgeteilt werden. Dies wird in den Elternbriefen ausdrücklich erläutert.“ Das Gesundheitsamt betreue zur Zeit über 30 Schulen, dazu diverse Kitas und Unternehmen und natürlich alle gemeldeten Einzelfälle. „Es ist aktuell ein Volumen von 1200 Tests alleine in den Einrichtungen abzuarbeiten. Es gibt täglich zwischen drei und zehn weitere Meldungen von Infektionsfällen, die Schüler oder Lehrkräfte betreffen.“

Für den Vater reicht diese Information nicht. „Warum sagt uns denn niemand, wie jetzt weiter vorgegangen wird? Die fehlenden Informationen sorgen dafür, dass die Menschen misstrauisch werden und die Quarantäne vielleicht sogar ignorieren. Das kann doch nicht im Interesse der Gesundheitsämter sein.“

Unwissenheit sorgt für Verwirrung bei den Eltern

Ein Vater von Schülern der Sankt Antonius Schule in Barmen ist ebenfalls sehr verärgert und kritisiert die mangelnde Kommunikation. „Warum ist ein Sohn in Quarantäne, ein anderer dagegen nicht, obwohl sie auf derselben Schule sind?“ Zwischendurch habe er zudem widersprüchliche Angaben über die Dauer der Quarantäne erhalten.

Zu der Frage nach der unterschiedlichen Behandlung von Geschwistern kann Martina Eckermann weiterhelfen: „Dies ist keine Entscheidung des Gesundheitsamtes, sondern durch RKI-Standard vorgegeben, der durchaus nachvollziehbar ist: Wenn ein Kind lediglich Kontaktperson ist (also nicht bestätigt infiziert), sind die Familienmitglieder lediglich Kontaktpersonen einer Kontaktperson. Für diesen Personenkreis sehen die RKI-Standards ausdrücklich keine Maßnahmen vor. Lediglich für Eltern, die in besonders sensiblen Bereichen (Krankenhaus, Pflege) arbeiten, wird eine Abstimmung mit dem Arbeit­geber empfohlen. Auch dies wird in den Elternbriefen erläutert.“