Radweg: Anlieger kritisieren Stadt

Radweg: Anlieger kritisieren Stadt

Am Stationsgarten kam es schon öfter zu brenzligen Momenten, wenn Radler zu nahe an den Eingängen der Geschäfte fuhren. Die Inhaber sagen, ein Unfall hätte ganz einfach vermieden werden können.

Vohwinkel. Die Radverkehrsführung am Stationsgarten erhitzt weiter die Gemüter der Anlieger. In der Straße befinden sich eine Ladenzeile und eine Augenarztpraxis. Direkt davor verläuft ein kombinierter Rad- und Fußweg. Abstandsflächen vor den Eingängen fehlen. Derzeit gibt es lediglich zwei Pfosten, die den Bereich für Autos sperren. Als offizielles Verbindungsstück zur Nordbahntrasse wird der Weg gerade bei schönem Wetter von vielen Radfahrern genutzt. Diese sind auch gern mal etwas flotter unterwegs. Das führte schon öfter zu brenzligen Situationen. Zur Optimierung der Verkehrsführung sollen jetzt zwei rot-weiße Bügel am Anfang und Ende der Ladenzeile eingebaut werden. Ziel ist es, dadurch den Radverkehr von den Eingängen fernzuhalten. Dem entsprechenden Antrag in der Stadt hat die Bezirksvertretung bereits zugestimmt. Nach Ansicht der Geschäftsinhaber am Stationsgarten kommt die Maßnahme allerdings sehr spät. Es habe bereits einen schweren Unfall gegeben, der zudem vermeidbar gewesen sei.

„Bei uns vor dem Laden wurde eine Kundin Ende des vergangenen Jahres von einem Radfahrer angefahren“, berichtet Hörgeräteakustikmeisterin Jutta Hendricks. Sie betreibt an der Straße ein Hörzentrum. Die Dame habe sich beim Zusammenstoß die Schulter gebrochen. „Glücklicherweise hat sich der Radfahrer um die verletzte Kundin gekümmert und der Krankenwagen war schnell vor Ort“, sagt Hendricks. Ihrer Meinung nach hätte es gar nicht zum Unfall kommen müssen. „Wir hatten immer einen Gehwegstopper vor der Tür stehen“, erklärt die Geschäftsinhaberin. Dabei handelte es sich um einen Aufsteller mit Werbung.

Auch die danebenliegende Bank und das angrenzende Fitnessstudio hätten dies so gehandhabt. Dadurch sei eine natürliche Abstandsfläche entstanden. „Das Ordnungsamt hat uns den Gehwegstopper aber untersagt, da die Strecke ein Radweg sei“, sagt Jutta Hendricks. Schon damals habe sie direkt auf die Gefährdung der Kunden und der Patienten der Augenarztpraxis hingewiesen.

Nachdem die Aufsteller entfernt wurden, sei dann der Unfall passiert. „Das Ordnungsamt trägt eine Mitschuld daran“, findet Hendricks. „Die Sicherung der Passanten wäre sofort und ohne einen Cent Kosten umsetzbar, wenn die Stadt die Erlaubnis zum Aufstellen der Werbestopper geben würde“, sagt sie.

Die Verwaltung weist die Kritik und eine Mitschuld am Unfall deutlich zurück. „Auf einem kombinierten Fuß- und Radweg dürfen keine privaten Aufsteller stehen“, erklärt Sprecherin Martina Eckermann. Auch diese würden eine Unfallgefahr darstellen. „Um das Problem zu lösen, sind nur feste Einbauten zulässig, die ja jetzt auch erfolgen sollen“, sagt Eckermann. Ähnlich bewertet Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD) die Situation. „Es ist natürlich sehr bedauerlich, dass der Unfall passiert ist, bevor die von der Bezirksvertretung beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden konnten“, betont er. Fragemann hofft, dass die Bügel nun möglichst schnell eingebaut werden.

Grundsätzlich teilt die Stadt die Sorge von Politik und Bürgern. Daher gab es einen Ortstermin mit den zuständigen Fachdienststellen. Das Einschwenken von Radfahrern in den Bereich der Bügel sei aus Sicht der Verwaltung aufgrund der relativ kurzen Strecke unattraktiv. Daher könnten Konflikte mit Fußgängern künftig vermieden werden. Die zwei bestehenden Pfosten sollen im Zuge des Einbaus der Bügel entfernt werden. Da demnächst Radfahrer weiter südlich auf dem Verbindungsweg unterwegs sind, muss allerdings noch eine überbreite Fuge angepasst werden. Sie trennt die Strecke vom Bereich der Schwebebahnendhaltestelle. Laut Verwaltung sind die Wuppertaler Stadtwerke mit der Maßnahme einverstanden. Insgesamt entstehen inklusive der Pflasterarbeiten Kosten in Höhe von rund 5700 Euro.

Mehr von Westdeutsche Zeitung