Ein Meister der Zahlen schaut auf Wuppertal

Ein Meister der Zahlen schaut auf Wuppertal

Peter Woeckel sammelte für ein Buch Kurioses, Informatives und Nonsens aus dem Tal.

Wer hätte das gedacht? 1606 lagen auf 33 Elberfelder und 77 Barmer Bleichen rund 5000 Zentner Garn. Und: Wuppertal hat 11 Autobahn-Anschlussstellen. Die Stadtgrenze ist übrigens 94,5 Kilometer lang. So sieht Wuppertal aus, wenn man die Zahlenbrille angezogen hat. Die trägt Autor Peter Woeckel leidenschaftlich gerne. Und so war es für ihn auch ein reiner Spaß, 100 Zahlen rund um Wuppertal zu einem kleinen, 96-Seiten-Büchlein zusammenzufassen, das ab sofort im Handel erhältlich ist.

Foto: Moritz Röder

„100 x Wuppertal in Zahlen“ sollte eigentlich einmal ein Werk über München, die Heimatstadt des Autors, werden. „Da gibt es ja schon gefühlte 1000 Reiseführer. Daher war mein Ansatzpunkt, etwas Kurioses auf den Markt zu bringen“, sagt er. Sofort kamen Woeckel Zahlen in den Sinn. „Ich bin ein enzyklopädischer Typ“, sagt der Autor. Er lese in der Freizeit liebend gerne Lexika und Rekordbücher. Da ist es kein Wunder, dass eines seiner bisherigen Bücher „500 bayerische Rekorde“ heißt.

Die 100 Zahlen zu München liegen noch in der Schublade und das Wuppertal-Buch ist schon auf dem Markt. Wie kam es dazu? Verleger Moritz Röder, der bereits das Buch, „55 Gründe, Wuppertal zu lieben“ auf den Markt gebracht hat, wollte Nachschub für den Wuppertaler Handel, weil die erste Veröffentlichung so viele Freunde gefunden hatte. Daher animierte er den Autor, sich einmal mit den Zahlen der bergischen Stadt zu beschäftigen.

Das tat Woeckel gerne. Auch wenn er zugibt: „Ich war noch nie in Wuppertal.“ Seine Informationen bezog er vom fernen München aus, über seine Privatbibliothek, aus Zeitschriften, Zeitungen und dem Internet. „Wenn es ging, habe ich versucht, jede Zahl zwei Mal zu finden“, sagt Woeckel über seine Quellensicherung.

Angefangen hat er mit einfachen geografischen Fakten. Etwa: Wuppertals nördlichster Punkt liegt auf 51 Grad 19’ nördlicher Breite. Ganz zum Schluss fügte er Kurioses, wie einen Loriot-Sketch zum Buch hinzu, indem es um 500 000 Markt geht, mit dem ein Rentner eine Herrenboutique in Wuppertal eröffnen will. Am meisten verblüfft hat den Autoren bei seinen Recherchen, dass die Familie von Friedrich Engels fünf Wohnhäuser in Wuppertal besaß. Die Arbeit am Buch habe ihn jetzt richtig neugierig gemacht — auf einen ersten Besuch im Tal.

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