Quartett brilliert in Wuppertal mit seiner Homogenität

Konzert : Quartett brilliert mit seiner Homogenität

Beim Nachtfoyer im Opernhaus zeigten Triangle und Ramesh Shotdam ihr Können.

Seit mehr als zwei Dekaden existiert das vom damaligen Schauspielintendanten Holk Freytag ins Leben gerufene Nachtfoyer. Seitdem kümmert sich Saxophonist und Komponist Wolfgang Schmidtke um seine Geschicke und sorgt regelmäßig dafür, dass renommierte Jazzmusiker in diesem Rahmen ein Gastspiel geben. So waren in dieser Spielzeit bereits Gitarrist Tobias Hoffmann, Vibraphonist Mathias Haus und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel da. Nun kamen gleich vier Größen in das voll besetzte Kronleuchterfoyer des Opernhauses und sorgten für ein Highlight im Wuppertaler Jazzleben.

Fällt der Name Hugo Read (Sopran- und Altsaxophon), ziehen auch seine auf diese Holzblasinstrumente spezialisierten professionellen Kollegen vor ihm den Hut. Lang ist die Liste von Topmusikern, mit denen er bislang zusammenarbeitete.

Auch Perkussionist Ramesh Shotam hat mit seinen klassischen indischen Schlaginstrumenten Ghatam, Mridangam, Kanjira und Morsing einen hohen internationalen Bekanntheitsgrad.

Alle vier Musiker können Kooperationen vorweisen

Vertreter der Generation nach ihnen ist der gleichfalls angesehene Pianist Thomas Rückert. Vierter im Bunde war Benjamin Reza Askari (Jahrgang 1986) am Kontrabass, der weltweit unterwegs ist und eine ebenfalls lange Liste an renommierten Musikern vorweisen kann, mit denen er inzwischen kooperiert hat.

Gerade hat das Quartett eine CD-Produktion abgeschlossen. So lag es nahe, acht Stücke dieser Aufnahmen überwiegend aus Reads Feder zu präsentieren. Der Saxophonist ist bekannt dafür, sich traumwandlerisch sicher gleichermaßen auf den Gebieten des Jazz und der Klassik zu bewegen. So war es auch an diesem Abend. Eine mittelalterliche Melodie wurde im neuen Gewand vorgestellt wie fetziger Modern Jazz („Blue“), eine dem Minimalismus angelehnte Nummer des Pianisten („On And On“), eine im Siebenachteltakt verfasste Komposition („Turn Around“) oder als Zugabe das ruhig-balladeske Duo („Song For Myself“) für Saxophon und Klavier.

Dabei ließen die solistischen Einlagen der vier Vollblutmusiker keine Wünsche offen. Read entlockte seinen beiden Instrumenten hochvirtuose, stets lupenrein intonierte große, emotionale Töne allerhöchster Schule. Shotam sorgte nicht nur für ein gediegenes rhythmisches Fundament, sondern schuf ebenfalls großartige sensible musikalische Linien. Rückerts Klavierspiel sprühte vor kreativen Ideen mit Harmonien und agilen Soli. Last but not least waren es Askaris groovende, sonore Basstöne, die in ihren Bann schlugen.

Darüber hinaus brillierte das Quartett mit einer bewundernswerten Homogenität. Das Resultat war ein begeisterter, lang anhaltender Schlussapplaus.

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