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Elberfeld: Playmobil zieht in die City-Arkaden

Elberfeld : Playmobil zieht in die City-Arkaden

Ende des Monats eröffnet der Spielwaren-Anbieter im Einkaufszentrum in der Innenstadt. Die Besucherzahlen steigen laut dem Center-Management wieder. Nicht alle Händler bestätigen das.

Die langanhaltende Sperrung der B7, der Umbau des Hauptbahnhofs, die Überflutungen im Mai 2018: All das führte in den vergangenen Jahren zu einem starkem Kaufverlust in der Innenstadt, so auch in den City-Arkaden. Nun steige die Kauflust im Einkaufszentrum wieder, sagt jedenfalls die Managerin Katrin Becker.

Seit der Sperrung der B7 im Jahr 2014 gab es starke Veränderungen, was die Besucherzahlen angeht, so Becker. „Nicht nur bei uns hatte sich einiges verändert,“ führt Becker fort. In der gesamten Innenstadt – im Bereich um die Poststraße herum – habe es des öfteren geheißen: „Wir schließen, weil die B7 geschlossen ist.“ Galeria Kaufhof am Neumarkt sei ein prominentes Beispiel für starke Verluste, so Becker, die auch im Vorstand der Interessengemeinschaft der Elberfelder Einzelhändler (IG1) ist.

Becker sieht einen deutlichen Aufwärtstrend

„Mittlerweile ist aber ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen,“ erklärt Becker. Seit der Fertigstellung der B7 und des neuen Hauptbahnhofs besuchten wieder mehr Menschen die City-Arkaden zum Einkaufen. Nach ihren Angaben sei die Einkaufslust wieder so wie vor der Sperrung.

Im Einkaufszentrum selbst hat es viele Veränderungen gegeben. „Wir haben ein Trading-up, ein Erweiterungsangebot erlebt“, führt sie fort. Zum Beispiel wurde der „s. Oliver“-Shop zum Ladenlokal „Stilraum“ umfunktioniert, das ein weitaus größeres Angebot habe. Bei der „Thalia“-Filiale wurden die notwendigen Renovierungsarbeiten durch die Zerstörungen des Unwetters dazu genutzt, die Filiale komplett neu zu gestalten. Zu guter Letzt hat auch das Eiscafé „Firenze“ im Herzen der City-Arkaden einen neuen Anstrich bekommen, so Becker.

Besucher bestätigen, dass das Einkaufszentrum nicht an Attraktivität verloren habe. Allerdings seien nicht alle Veränderungen gleich erkennbar. Für viele junge Leute seien die City Arkaden ein Ort, an dem man sich nach der Schule gerne mit Freunden zum einkaufen, essen oder erholen trifft: „Es gibt viele Läden mit viel Auswahl“, so Laura Pasaurelli, eine Besucherin. Generell sei das Einkaufszentrum relativ groß, führt sie fort. Ihre Freundin Lilly Schroeder fügt hinzu: „Wir sind sogar drei- bis fünfmal die Woche hier.“

Für die Zukunft der Arkaden gebe es auch schon Pläne: Am 21. Juni soll der neue „Playmobil Fun Store“ in den City-Arkaden eröffnen. Dieser soll nach Angaben der Pressesprecherin des Unternehmens, Ramona Wunderlich, einige Überraschungen mit sich bringen. Aktuell sind die Umbauarbeiten des Playmobil-Stores im zweiten Erdgeschoss – neben der Bäckerei Evertzberg – im vollen Gange. Die Planungs- und Bauphase für das neue Geschäft habe sich über die letzten vier Monate erstreckt, so Wunderlich. Wuppertal erschien ein guter Standort für die Marke zu sein: „Wir möchten Playmobil generell erlebbarer und bekannter machen,“ führt sie fort. Um auch innerhalb Deutschlands gut verteilt und sichtbar zu sein, fehlte eine Filiale in Wuppertal, denn bislang hatte es in der Stadt noch nie eine Playmobil-Filiale gegeben.

Änderungen in den City-Arkaden angekündigt

Katrin Becker fügt hinzu, dass die Besucher sich neben der Eröffnung des neuen Playmobil-Stores auch auf einige Verschönerungen im Einkaufszentrum freuen können. „Wir wollen die City-Arkaden dem Zeitgeist anpassen und einige Modernisierungsarbeiten vornehmen.“ Genauere Angaben zu den Veränderungen wollte sie noch nicht machen. Allerdings sollen die Umbauarbeiten bis Ende des Jahres fertig gestellt werden.

Trotz der zahlreichen Veränderungen und Beckers positiver Einschätzung gibt es auch gegensätzliche Meinungen, was die Kundenfrequenz und die Veränderungen im Einkaufszentrum angeht: „Hängerläden wie H&M oder Görtz halten die Besucherzahlen oben“, so Tanja Tsagkas, Filiallleitung des Schuhgeschäfts Görtz. In den vergangenen drei bis vier Jahren sei die Kaufkraft gesunken. Ohne die genannten großen Geschäfte würde sie auch weiterhin abnehmen, schätzt Tsagkas die Lage ein.

Sie führt fort, dass die Fertigstellung des Bahnhofs nur minimale Verbesserungen mit sich gebracht habe. Die Rabatte und Angebote seien deswegen notwendig, um die Kundschaft weiterhin anzulocken. Das hat nach Angaben von Tsagkas mehrere Gründe: Aufgrund des Ballungsraums, indem sich Wuppertal befindet, sei die Stadt einer großen Konkurrenz ausgesetzt. Die Einkaufszentren der umliegenden Städte hätten ein besseres und größeres Angebot. Zudem gäbe es zu viel Gastronomie, die die Kundschaft nur zu einem kurzen Besuch der Arkaden anzieht, erklärt sie. „Für unsere Filiale besteht die Problematik auch in der großen Konkurrenz“, sagt Tsagkas. In den City Arkaden gibt es nämlich insgesamt sechs Schuhgeschäfte.