Schulsport: Gesundheit bewegt 1247 Grundschüler

Schulsport : Gesundheit bewegt 1247 Grundschüler

Der 10. Aktionstag im Bayer-Sportpark überzeugte durch Vielfalt und Kreativität.

Auf tagsüber zusammengebauten Bahnen - durch Türme mit fast endlos aneindergefügten Rinnen - rollten die Kugeln am Mittwoch zum Abschluss des Aktionstags „Gesundheit bewegt Schulen“ im Bayer-Sportpark auf Oberbürgermeister Andreas Mucke zu. Trotz dieser verwinkelten Wege erhielt das Stadtoberhaupt klare Botschaften, die die 1247 teilnehmenden Grundschüler aus 17 Schulen nach fast acht Stunden voll Bewegung, Spaß und Information formuliert und in den Kugeln versteckt hatten. „Mehr Fahrradwege für Wuppertal.“ „Wiesen auf Schulhöfen für Kinder, Bienen und Blumen.“ „ Jeden Tag eine Stunde Sport mit Schwitzen.“ „Kletterbäume auf jedem Schulhof“ und„gesünderes Essen an den Schulen“, lauteten nur einige der Wünsche, die durchaus politischen Charakter hatten.

„Damit schließt sich irgendwie ein Kreis“, sagt Natalie Gawenat, Ressortleiterin für Kinder- und Jugendsport beim 7000 Mitglieder starken SV Bayer. Der hatte vor zehn Jahren mit dem ersten Aktionstag „Gesundheit bewegt Schulen“ die Kugel sozusagen ins Rollen gebracht.

Nicht nur Kim Bruchmann, Lehrerin der Gesamtschule Uellendahl-Katernberg, war am Mittwoch beeindruck, was daraus inzwischen geworden ist, und wünschte sich ein entsprechendes Angebot auch für weiterführende Schulen. Sie war an diesem Tag mit ihrer 6 d als Sporthelfer eingeteilt, die die Grundschüler an den zahlreichen kleinen Mitmachstationen begleiteten. Da galt es, Quizzettel auszufüllen, etwa zum Thema wie viel Zucker in welchem Nahrungsmittel steckt (32 in 300 Gramm Gewürzketchup!), zu Balancieren oder andere kleine Bewegungsaufgaben zu lösen. „Meine Schüler lernen hier Verantwortung zu übernehmen und nehmen sicher auch die ein oder andere Information mit“, sagte Bruchmann, die den Aufbau „unglaublich vielfältig, kreativ und informativ“ fand. Beim Optiker konnte man mit einer Brille, die die Sicht verzerrte, nachvollziehen, wie sich Menschen mit Sehfehler fühlen, an anderer Stelle selbst einen Sehtest machen, seine Zähne untersuchen lassen oder bekam plastisch vorgeführt, welche Gifte im Zigarettentabak stecken. Weitaus appetitlichere Aufgabe: Obst mit verbundenen Augen am Geruch erkennen. „Nur auf die Honigmelone bin ich nicht geomme“, meinte Ella aus der 4 b der Sophienschule, während sie an einem Apfel kaute, den es am Stand des Helios Klinikums gab.

Zahlreiche Partner hat der SV Bayer für seinen Gesundheitstag mit ins Boot geholt. Die Skaterhalle Wicked Woods beispielsweise hatte sogar Übungsleiter geschickt, die die Kinder im Parcour, BMX- und Scooterfahren anleiteten. Insgesamt acht Bewegungs-Workshops gab es, wovon jeder Schüler sich zwei aussuchen durfte. Ella und ihre Klassenkameradin Luise hatten sich für „Kreative Entspannung“ und „Tanzen“ entschieden.

Für Natalie Gawenat gab es für die Organisation des 10. Aktionstages Lob von allen Seiten. Ob es auch einen 11. geben wird oder man die Form eventuell etwas modifiziere, weiß sie noch nicht. „Ich sehe mich jedenfalls in der Verantwortung, wieder etwas anzubieten“, sagt sie. Und auch Oberbürgermeister Andreas Mucke versicherte, dass die Botschaften, die er ins Rathaus mitnahm, eine Verpflichtung seien. gh

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