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Otto-Hausmann-Ring: Das Pressehaus wird vermarktet

Varresbeck : Das Pressehaus wird vermarktet

Nach der Investorentour meldeten sich schon einige Interessenten. Pluspunkt ist die gute Verkehrsanbindung. Der neue Eigentümer müsste aber auch einiges investieren.

Für viele Wuppertaler ist es immer noch das Pressehaus. Über Jahrzehnte war der Otto-Hausmann-Ring 185 Heimat der Wuppertaler Medienhäuser – des Generalanzeigers, später Westdeutsche Zeitung, und der Wuppertaler Rundschau, die beide auch dort gedruckt wurden, sowie von Radio Wuppertal, das aus dem Bürohochhaus täglich sendete. Doch die Medien haben längst neue Domizile bezogen, die näher zum Zentrum liegen. Die Rundschau zog bereits vor einigen Jahren aus, die WZ hat seit Sommer 2017 ihren Sitz an der Ohligsmühle und auch das Radio verließ im vergangenen Jahr die Varresbeck. Für das Gebäudeensemble am Otto-Hausmann-Ring wird jetzt eine neue Nutzung gesucht.

Im Juni war das Areal einer der Stopps bei der Investorentour der Wirtschaftsförderung. „Ein spannender Standort“, sagt Marco Trienes von der Wirtschaftsförderung. Insbesondere die Kombination aus Bürohaus und angrenzenden Hallen, wo sich früher die Druckerei befand, sei sicher für potenzielle Investoren interessant.

Hinzu kommt die Größe. Das Grundstück umfasst 24 000 Quadratmeter, aufgeteilt auf das Bürogebäude mit seinen sechs Vollgeschossen (4000 Quadratmeter), den Flachbau (5580 Quadratmeter) sowie die Produktionseinheiten mit 11 020 Quadratmetern. Der Großteil stammt aus den 1960er Jahren, wobei der Flachbau als erstes stand, wie alte Fotos zeigen. 1964 war der Generalanzeiger von der Neumarktstraße in der Elberfelder Innenstadt in die Varresbeck gezogen. Ein Gedenkstein vor dem Eingang des Pressehauses erinnert daran. Mitte der 1990er Jahre wurde noch ein Gebäudeteil angebaut.

Der neue Eigentümer müsste ordentlich investieren

Eigentümer des Areals ist seit 2010 die Rheinische Post Mediengruppe. Man befinde sich in einer frühen Phase der Vermarktung, so ein Sprecher. In welche Richtung es gehe, sei nicht klar. Viele Nutzungen seien denkbar. Schon im Vorfeld der Investorentour habe es Gespräche mit Interessenten gegeben. Nach der Tour, so der Sprecher, habe es bereits einige Anfragen gegeben.

Planungsrechtlich ist der gesamte Bereich als Gewerbegebiet ausgewiesen. Großer Pluspunkt: die Lage. Die Verkehrsanbindung sei top, betonen alle Beteiligten. „Und viele Parkplätze gibt es auch“, sagt Michel Baumeister vom Wuppertaler Maklerbüro IP-NRW, der ebenfalls bei der Tour dabei war. 300 sind es insgesamt. „Und solche riesigen Hallen findet man auch selten in Wuppertal“, ist er überzeugt. Er könnte sich Groß- und Kleingewerbe vorstellen. „Das Bürohaus ist ja gut aufzuteilen.“

Von multi-funktionalen Flächen spricht Marco Trienes, vergleicht das Areal mit den Elba-Hallen. Wobei er eher von einem Verkauf „en bloc“ ausgeht, samt Hallen. Büros und Produktion nebeneinander seien ein mögliches Thema.

Beim Eigentümer hält man sich noch bedeckt. „Wir beleuchten das von allen Seiten.“ Eine Aufteilung, so heißt es aber, werde wohl schwierig. Allerdings muss, sollte der Bau verkauft werden, der neue Besitzer noch einiges investieren. „Mit dem Kauf alleine ist es nicht erledigt.“

Gespannt ist man auf die Entwicklung auch in der Politik. „Wir werden das beobachten“, sagt Bezirksbürgermeisterin Ingelore Ockel (CDU). „Ich würde mich freuen, wenn da wieder etwas Neues reinkommt.“