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Wuppertaler Jugendrat baut Lego-Rampen für mehr Barrierefreiheit

Aktion : Jugendrat baut Lego-Rampen für mehr Barrierefreiheit

Das Projekt der Jugendlichen ist inspiriert durch „100 Rampen für Köln“. Start im September.

Jeder sollte die Chance haben, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, da ist sich die Arbeitsgruppe „Barrierefreiheit“ des Jugendrates einig. Nachdem im letzten November die Ergebnisse der Neuwahlen des städtischen Jugendrates im Haus der Jugend Barmen verkündet wurden, war für die neuen Jugendrätler das Thema Inklusion und Behindertenangebote in Wuppertal ein großes Anliegen.

Adrian (18) sitzt selbst seit Geburt im Rollstuhl und weiß um die Situation für Behinderte in Wuppertal. „Es gibt zu wenig Angebote und zu wenig Barrierefreiheit. Man muss dagegen arbeiten.“

Sigrid Möllmer, die Leiterin des Jugendrates, hatte das Projekt „Lego-Rampen“ an die Gruppe herangetragen. Inspiriert durch das Projekt „100 Rampen für Köln“ sollte auch Wuppertal auf kreative Weise barrierefreier gemacht werden. Mit den mobilen Rampen aus gespendeten Lego-Steinen sollen öffentliche Gebäude jedem Besucher den Zutritt ermöglichen können.

Aufruf: Die Gruppe braucht
genügend Legosteine

Die Wuppertaler Jugendlichen waren von der Idee begeistert. Michelle (21), Eleonora (14) und Gerome (20) gefällt besonders „die Verbindung von kreativer Arbeit und effektiven Möglichkeiten im Umgang mit mangelnder Inklusion im Alltag.“

Die Kleingruppe aus Wuppertal fuhr im April für eine eintägige Fortbildung im Handwerk „Lego-Rampen-Bau“ nach Köln. Dort bauten Sie unter Anleitung der dortigen Projektleiter vier Rampen, die noch am selben Tag mit Erfolg auf ihre Stabilität überprüft werden konnten. Das gesammelte Wissen wurde in den Folgemonaten in das eigene, stadtinterne Projekt überführt. Der Fokus liegt hierbei auf gesteigerte Barrierefreiheit für Kinder- und Jugendeinrichtungen.

Anfang September wollen die Jugendlichen das Projekt in Wuppertal publik machen. „Das Schwierige wird sein, die Legosteine und die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen“, erklärt Adrian. Ein öffentlicher Aufruf zur Lego-Spende durch diverse Medien und selbst gestaltete Flyer soll dabei diese wesentlichen Hürden des Projektes aus dem Weg räumen.

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Rampen für fünf interessierte Kinder- und Jugendeinrichtungen gebaut werden. Für die Maßanfertigung werden viele Freiwillige benötigt, die die Höhe vermessen und die Rampen bauen. „Wir wollen Leute aller Altersgruppen zusammenbringen. Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung“, beschreibt Denis (15) das Anliegen der Gruppe.

Das Projekt soll fürs Erste im kleinen Rahmen bleiben, die Rampen auf Anfrage gebaut und verschenkt werden. In Zukunft können sich alle eine Erweiterung durch Kooperationen mit anderen Akteuren vorstellen. In Heckinghausen zeigt sich bereits reges Interesse anderer Vereine an den Lego-Rampen und an einer Kooperation mit dem Jugendrat. In der Bezirksvertretung wurde die Idee unabhängig vom Jugendrat vorgestellt und eine Förderung in Erwägung gezogen.