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Das Studium hält Wuppertaler bis ins hohe Alter geistig fit

Campus Wuppertal : Das Studium hält Wuppertaler bis ins hohe Alter geistig fit

Seit mehr als 30 Jahren bietet die Bergische Uni das beliebte „Studium für Ältere“ an.

„Senior-Studierende haben mit dem ‚Studium für Ältere‘ einen Zugang zur wissenschaftlichen Weiterbildung“, erläutert Christine Schrettenbrunner (57). Zur Auswahl stehen primär geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Fächer, etwa Theologie oder Politikwissenschaft, aber auch Angebote aus den Ingenieurs- und Naturwissenschaften.

„Dabei belegen Senior-Studierende die gleichen Kurse wie jüngere Bachelor-Studierende und können unter den gleichen Qualitätsansprüchen Leistungsnachweise erwerben. Sie belegen jedoch weniger Kurse und erwerben in ihrem ersten Semester in einem von mir geleiteten Begleitseminar Grundlegendes zum wissenschaftlichen Arbeiten“, so Schrettenbrunner weiter.

Derzeit seien rund 130 Senior-Studierende angemeldet. Dazu kämen noch etwa gleich viele  Gasthörer im höheren Alter. Letztere können zwar universitäre Veranstaltungen besuchen, aber im Gegensatz zu den Senior-Studierenden keine Prüfungen ablegen oder eine Abschlussarbeit schreiben. Eine starre Altersgrenze gibt es indes nicht, wie Schrettenbrunner erklärt: „In der Regel sind alle älter als 50, die meisten Anfang bis Mitte 60.“ Auch seien Frauen und Männer in etwa gleich vertreten. Davon haben auch nicht alle einen akademischen Hintergrund. „Etwa die Hälfte unserer Senior-Studierenden haben früher einen Beruf mit akademischer Qualifikation ausgeübt. Meist sind Männer höher qualifiziert, weil Frauen früher  keinen guten Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen hatten.“

Entsprechend unterschiedlich fällt auch deren Motivation aus: „Manche möchten andere Fächer studieren, als in einem früheren Studium, andere konnten in jungen Jahren kein Studium beginnen und möchten es jetzt nachholen.“

Dabei stünden ihnen alle Angebote der Universität offen, die auch jüngere Studierende nutzen: „Senior-Studierenden können die Mensen und Cafeterien des Hochschul-Sozialwerkes auf dem Campus besuchen. Sie können auch die Universitätsbibliothek nutzen oder sich technische Geräte im Zentrum für Informations- und Medienverarbeitung (ZIM) ausleihen und auch Vorträge und Veranstaltung außerhalb des Studienplans besuchen. Die meisten verbringen die freie Zeit in der Bibliothek und sind sehr sorgfältig in der Vor- und Nachbereitung von universitären Veranstaltungen.“

Es gehe nicht nur um die fachliche beziehungsweise wissenschaftliche Seite, die die Senior-Studierenden reizt, wie Schrettenbrunner betont: „Über das Studium entstehen neue Freundschaften, die oftmals in eigene Initiativen münden. So haben wir beispielsweise einen philosophischen Zirkel, der sich regelmäßig außerhalb der Universität zur Diskussion trifft. Zudem organisiert eine Gruppe regelmäßig Exkursionen zu historischen Städten mit Referaten und Museumsbesuchen.“

Das gesamte „Studium für Ältere“ mache den Senior-Studierenden soviel Spaß, dass sie schon eine eigene Art von Langzeitstudierenden an der Universität sind: „Viele bleiben auch nach dem Abschluss, nicht wenige studieren auch einfach so und streben gar nicht eine Zertifizierung an. Beides ist völlig in Ordnung. Zum Teil belegen sie schon ihr drittes und viertes Fach oder vertiefen sich intensiv in eines.“