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Motorradfans wollen Treff am Schloss Lüntenbeck in Wuppertal etablieren

Bikerszene : Motorradfans wollen Treff am Schloss Lüntenbeck in Wuppertal etablieren

Reiner Droste will am Schloss Lüntenbeck einen Motorrad-Treff etablieren.

Es ist dieser satte Klang, dem in den 70er Jahren sogar eine eigene Schallplatte gewidmet wurde. Wenn Reiner Droste seine alten Boxermaschinen anlässt, ist das Musik in seinen Ohren. „Dieser Klang bleibt einzigartig“, schwärmt der Motorrad-Enthusiast. Seit mehr als 40 Jahren schlägt sein Herz für die kultigen BMW-Zweiventiler, die sich bis heute in der Szene großer Beliebtheit erfreuen. Zusammen mit Gleichgesinnten hat Droste im Schloss Lüntenbeck einen neuen Boxer-Treff eingerichtet. Die Resonanz ist erfreulich.

„Wir hatten innerhalb von nur wenigen Wochen mehr als 50 Teilnehmer“, erzählt der Veranstalter. Für die Motorradfans sind die Treffen im Schlosshof eine ideale Gelegenheit, um sich auszutauschen und nach Herzenslust zu fachsimpeln. Auch die Planung von gemeinsamen Ausfahrten bei schönem Wetter stehen auf dem Programm. „Außerdem möchten wir mit der Reihe das Schloss Lüntenbeck in der Region bekannter machen“, betont Reiner Droste. Er möchte hier noch langfristig einen Markt für Motorradteile etablieren. „Wenn sich das in der Szene herumspricht, könnte ein solches Konzept viele Besucher anlocken“, so Droste.

Sein Engagement kommt auch bei Antonia Dinnebier von der Schloss Lüntenbeck GmbH gut an. „Wir freuen uns über Vielfalt und Leben im Schloss“, erklärt sie. Das neue Angebot passe gut, da es hier ab Mitte April auch wieder eine Gastronomie geben soll. Derweil freut sich Reiner Droste mit seinen Mitstreitern auf das nächste Treffen. „Es macht riesigen Spaß, sich mit anderen motorradbegeisterten Menschen auszutauschen“, betont er. Nach wie vor gebe es viele Besitzer von Boxer-Maschinen. Die größtenteils 50 PS starken Modelle hatten ihre Blütezeit in den 60er, 70er und 80er Jahren.

Auch heute sind Ersatzteile für die Zweiventiler gut erhältlich

In der Anfangszeit waren sie vor allem Gebrauchsfahrzeuge, weil sich die Mehrheit der Bevölkerung noch kein Auto leisten konnte. Erst mit den späteren Sport- und Geländemodellen und der stärkeren Verbreitung des kostengünstigen VW-Käfers änderte sich das.

Im Vergleich zu anderen Oldtimern sind für die Boxermaschinen auch heute noch relativ einfach Ersatzteile zu bekommen. Außerdem gelten die verbauten Motoren als langlebig und robust. „Das ist natürlich praktisch und erleichtert Reparaturen“, sagt Reiner Droste. Er besitzt gleich drei Motorräder der Baureihe und ist damit seit seiner Jugend unterwegs. „Das erste habe ich mit 18 Jahren gekauft und es ist immer noch im Originalzustand“, so Droste. Er kann sich noch gut erinnern, wie sein damaliger Nachbar ein ähnliches Modell fuhr. „Das hat mich schon als Heranwachsender fasziniert und als ich alt genug war, wollte ich unbedingt auch eins“, erinnert sich der Motorradfan. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Auch das danach herausgekommene Sportmodell legte er sich zu. Dabei gab es sogar einen lokalen Bezug. „Der Designer hat in Wuppertal studiert“, weiß Droste. In den 80er Jahren vervollständigte das weiterentwickelte Boxer-Motorrad für Gelände und Straße seine Sammlung. „Damit bin ich durch ganz Südamerika gefahren“, sagt Reiner Droste. So wie er habe jeder Boxer-Besitzer eine Geschichte zu erzählen. Daher seien die Treffen auch so beliebt.

Zuspruch bekommt das Angebot von den Motorrad-Veteranen-Freunden Vohwinkel. Der Verein engagiert sich bereits seit vielen Jahren für das Oldtimer-Hobby. Die Mitglieder zeigen gern ihre Modelle von BMW, NSU, Moto Guzzi und natürlich vom Wuppertaler Hersteller Tornax. „Der Boxer-Treffpunkt ist eine super Idee“, lobt Martin Ripken vom Vorstand. Er kann sich gut eine Zusammenarbeit oder Vernetzung vorstellen. „Wir sind für alles offen und freuen uns über die positiven Reaktionen“, sagt Reiner Droste. Wer einen Eindruck von den letzten Treffen bekommen möchte, kann sich im Netz bei Instagram unter dem Stichwort Zweiventilerboxertreff informieren.