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Coronavirus: Schulen und Kitas in Wuppertal werden geschlossen

Coronavirus : Schulen und Kitas in Wuppertal werden geschlossen

Rund 58 000 Kinder und deren Eltern sind betroffen. Die Uni startet später ins Semster.

Die Landesregierung hat am Freitag ein Maßnahmenpaket bekanntgegeben, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Demnach schließen die Schulen ab Mittwoch bis zum 19. April komplett. Am Montag und Dienstag soll noch Betreuung in den Schulen stattfinden. Kitas und Tagespflege werden ab Montag geschlossen.

Sozialdezernent Stefan Kühn erklärt, dass für Kinder von Eltern, die für die Infrastruktur relevant sind (Ärzte, Polizei, Feuerwehr, Pflege, Rettungsdienst), darüber hinaus Notfallbetreuungen eingerichtet werden. Genauere Informationen soll es nach dem Wochenende geben.

Wuppertal hat 45 000 Schüler, etwa 11 500 Kita-Kinder und rund 1300 Kinder in der Tagespflege. Knapp 58 000 Kinder sind also ab Montag zu Hause und auf Betreuung angewiesen.

Rund 58 000 Kinder sind
von den Schließungen betroffen

Der Schritt wird von der Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) positiv gesehen im Sinne des Schutzes. Richard Voß aus dem Leitungsteam sagt, die Entscheidung sei grundsätzlich gut. Warum aber bis Mittwoch gewartet werde, bis Schulen endgültig schließen, verstehe er nicht.

Auch wenn er verstehen könne, dass Eltern sich um eine Ersatzbetreuung kümmern müssten. „Ich glaube nicht, dass das Virus darauf wartet.“ Richard Voß hofft daher auf eine ausreichende Schließzeit, um das Virus einzudämmen und eine bundesweit einheitliche Regelung dafür.

Rüdiger Bein, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft, sagt, für Eltern sei das eine Entlastung, weil sich viele Sorgen gemacht hätten. „Die sind auf alles mögliche eingestellt“, entgegnet er den Bedenken, dass die Eltern noch Zeit bräuchten. Er findet es nicht konsequent genug, dass die Schulen final erst ab Mittwoch geschlossen sind.

Die Uni reagiert auch auf den Erlass des Landes und verlegt den Semesterstart vom 6. auf den 20. April. In der Zwischenzeit sollen digitale Angebote genutzt werden, soweit möglich.

Für Schulen seien digitale Angebote hingegen keine flächendeckende Option, sagt Voß. „Dafür gibt es viel zu wenig Infrastruktur“. Um alle Schüler damit zu erreichen, fehlten die Zeit und das Personal. Rüdiger Bein ergänzt, dass vielen Lehrern dafür die Ausbildung fehle.

Beate Milpetz, Sprecherin der Tageseltern, kritisiert den Informationsstand bis Freitagabend. Vor allem sei nicht klar, wie es für die Eltern weitergehe, falls sie von ihrem Arbeitgeber nicht lang genug frei bekämen. Und die Tageseltern wüssten nicht, ob sie mit Zahlungsausfällen rechnen müssten.