Mehr als zackige Märsche: Bundeswehr-Musikkorps gibt Benefizkonzert

Mehr als zackige Märsche: Bundeswehr-Musikkorps gibt Benefizkonzert

Das Musikkorps der Bundeswehr begeisterte sein Publikum in der Stadthalle. Auch ein Wuppertaler am Dirigenten-Pult.

Wuppertal. Venezuela, Johannesburg, Monte Carlo — der renommierte Dirigent und Hochschullehrer Wolfgang Trommer ist bereits in vielen Ländern aufgetreten. Sein jüngster Einsatz führte den Musiker am Dienstagabend wieder in seine Heimatstadt — nach Wuppertal. In der nahezu ausverkauften Stadthalle dirigierte Trommer das Musikkorps der Bundeswehr beim nunmehr 31. Benefizkonzert der Wuppertaler Lions-Clubs — und feierte damit Premiere. Denn mit Trommer und dem neuen Leiter des Korps, Oberstleutnant Christoph Scheibling, standen erstmals in der Geschichte der Konzert-Reihe zwei Dirigenten an einem Abend auf der Bühne.

Das Musikkorps der Bundeswehr, das die Armee bei herausgehobenen konzertanten Veranstaltungen im In- und Ausland vertritt, hatte ein facettenreiches Programm vorbereitet. Den Auftakt bildete der Kavallerie-Marsch von Friedrich Speer. „Jegliche Ähnlichkeiten mit heutiger Zeit sind rein zufällig“, versicherte Scheibling anschließend und reichte den Taktstock an seinen ehemaligen Ausbilder weiter.

Trommer dirigierte die Ouvertüre zu Richard Wagners Oper „Rienzi“ - in der das Scheitern des römischen Staatsmannes Cola di Rienzo erzählt wird. Ob dieses Stück angesichts der jüngsten Regierungskrise in Italien wirklich unabsichtlich ins Programm aufgenommen wurde?

Fest steht jedenfalls, dass Scheibling — der im vergangenen Jahr die Leitung des Musikkorps übernommen hat — der Einstand in Wuppertal gelungen ist. Mit dem „Wedding Dance“ von John Press und dem „Danzón No. 2“ aus der Feder des mexikanischen Komponisten Arturo Márquez sorgte das Orchester für Abwechslung. Zünftige Marschmusik durfte allerdings nicht fehlen - schließlich habe er gehört, dass in Wuppertal viele Marschliebhaber sitzen, sagte Scheibling. Der langanhaltende Beifall bewies: Der Dirigent hat den Nerv des Publikums getroffen.

Auch Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) lief nach eigenem Bekunden ein Schauer über den Rücken. Das Stadtoberhaupt dankte den Lions-Clubs für ihren Einsatz, ohne den Vieles in der Stadt nicht mehr möglich wäre. Bisher haben die Clubs durch ihre Benefizkonzerte die Summe von etwa 600.000 Euro spenden können. Der Erlös des Konzertes vom Dienstagabend kommt dem Projekt „Klasse 2000“ an Wuppertaler Grundschulen zugute.

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