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Neunkampf: WSV-Trio trotzt allen Widrigkeiten

Neunkampf : WSV-Trio trotzt allen Widrigkeiten

Tom Ediger, Oliver Kraft und Laurin Theisen absolvieren beim Heimspiel einen Klasse-Neunkampf und fahren zur DM.

Wuppertal. Auch kühle Temperaturen, Graupelschauer und ein Null-Ergebnis im Stabhochsprung konnten Tom Ediger, Laurin Theisen und Oliver Kraft am Wochenende nicht stoppen. Beim Einladungs-Wettkampf an der Oberbergischen Straße nahm das U 16-Mehrkampftrio der Leichtathletikabteilung des Wuppertaler SV die erste Hürde auf dem Weg zum angestrebten Titel Deutscher Mannschaftsmeister 2016. „Road to Heidenheim“, war der Wettkampf überschrieben, und dort, wo im Sommer die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften stattfinden, sind die drei Klasse-Athleten aus dem Jahrgang 2001 schon einmal angekommen. Mit 14 357 Punkten knackten sie auf Anhieb die Norm von 14 000, die für die Teilnahme nötig ist.

Neunkampf: WSV-Trio trotzt allen Widrigkeiten

Dass eines von zwei starken Trios von Nachbar Bayer Leverkusen bei dem mit 13 Athleten gut besetzten Wettkampf sogar noch um 140 Punkte vor den Wuppertalern lag, ließ sich da verschmerzen. „Wäre Oliver Kraft nicht an der Einstiegshöhe von 2,80 im Stabhochsprung gescheitert, hätten wir locker 500 Punkte mehr gehabt“, sagte Trainer Thomas Ediger, der mit seiner Frau Corinna das Trio betreute.

Krafts „Salto Nullo“, wie das Scheitern an der Anfangshöhe im Stabhochsprung genannt wird, zeigte, mit welchen Unwägbarkeiten Mehrkämpfer in den so unterschiedlichen Disziplinen zu kämpfen haben. „Im Training springt er locker drei Meter, doch auf einmal ging gar nichts“, berichtete Ediger von den Schreckensmomenten, als auch die Wahl eines weicheren Stabes und ein kürzerer Anlauf nicht mehr reichten, um in drei Versuchen über die Latte zu kommen.

Gerade die Disziplinen mit vielen Versuchen stellten angesichts der Witterung große Anforderungen. So konnte sich Tom Ediger, der angesichts einer Bestleistung jenseits der 1,80 Meter spät in den Wettkampf einstieg, erst im dritten Versuch über die 1,70 m retten, durfte mit ebenfalls im dritten Versuch übersprungenen 1,73 und 1,76 m am Ende aber sehr zufrieden sein. „Ich war total eingefroren, kam gar nicht in die Gänge“, meinte der überragende Athlet der beiden Tage nach dem Hochsprung lächelnd. Wie seine Kollegen Kraft und Theisen toppte er zahlreiche persönliche Bestleistungen und setzt mit 5244 Punkte eine Marke, die in diesem Jahr in Deutschland noch kein Gleichaltriger erreicht hat. Selbstverständlich war das auch Kreisrekord.

Ebenso positiv waren die 4697 Punkte von Laurin Theisen zu bewerten. Der Jüngste des WSV-Trios hatte nach einem Skiunfall bei einer Schulfreizeit mit acht Wochen Trainingsrückstand zu kämpfen, lieferte etwa mit 5,88 m im Weitsprung oder 41,32 Meter mit dem Speer dennoch einen Klassewettkampf ab. Und Oliver Kraft wäre ohne seinen Salto Nullo auf Augenhöhe mit den beiden starken Leverkusenern Paul Lohmar und Thorben Köhnemund gewesen, die die 5000 Punkte nur knapp verfehlten. Besonders wertvoll war Krafts 100-m-Zeit von 11,77 sec., mit der er die Quali für die Deutschen Jugendmeisterschaften im Einzel schaffte.

Am Ende gab es für nicht nur Applaus, sondern auch Einkaufgutscheine für jeden des WSV- und des Leverkusener Trios, weil sie die Quali für die Mehrkampf-DM übertroffen hatten. Jörg Wolff und Doirk Sachsenröder, die die WSV-Leichtathleten seit Jahren unterstützen, würdigten die gezeigten Top-Leistungen.

Für die NRW-Meisterschaften der Mehrkämpfer Ende Mai in Bad Oeynhausen verspricht sich Thomas Ediger bei dann sicher besserem Wetter und nach bis dahin noch intensiverem Techniktraining eine weitere Steigerung auf dem Weg nach Heidenheim. Um Deutscher Meister zu werden, da ist er sicher, wird man wohl im Team 15 500 Punkte machen müssen. Wenn alle gesund bleiben, sei das aber bis zum Sommer durchaus drin.