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Kein Verkehrschaos nach Freigabe der Busspur an der Gathe für Radfahrer

Fahrradstadt : Kein Verkehrschaos nach Freigabe der Busspur an der Gathe für Radfahrer

Die Freigabe der Busspur an der Gathe für Radfahrer war lange umstritten. Probleme gibt es seit der Umstellung anscheinend aber nicht.

Auf der Uellendahler Straße und der Gathe müssen Radfahrer nicht mehr zwischen Autos und Bussen fahren. Sie können nun völlig legal die Busspur nutzen. „Das wird gut angenommen“, sagt Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt. „Eigentlich sei damit legalisiert worden, was schon längst gelebt wurde“, sagt er. Es sei eigentlich wie früher: „Der Busverkehr sei nicht zusammengebrochen und auf der Busspur parken immer noch Autos“, sagt Grothe. Auch der ADFC zieht eine positive Bilanz: „Wir haben von keiner Seite Kritik gehört“, sagt Lorenz Hoffmann-Glaubig. Es wurde aber schon vorher so gehandhabt, da das subjektive Sicherheitsgefühl auf der Busspur einfach höher sei. „Die neue Regelung nimmt die Illegalität und das Konfliktpotential und verbessert die Sicherheit“, so Hoffmann-Glaubig.

Die Verwaltung hat aber nicht einfach Gewohnheitsrecht legitimiert. Sie ist dazu gesetzlich angehalten. Seit 2009 ist es Vorschrift, dass Radfahrer auf Busspuren fahren müssen, wenn es keinen gesonderten Radweg gibt. Wenn die Stadtwerke dagegen Einwände haben, muss die Busspur aufgehoben werden. Bereits im Juni 2018 hatte der Verkehrsausschuss gefordert, dass die Stadtwerke alle Busspuren auflisten und die mögliche Freigabe einzelner Spuren überprüfen.

Auch aus diesem Grund hat es einige Zeit gedauert, bis die Busspur an der Gathe für den Radverkehr freigegeben wurde. Die Stadtwerke befürchteten durch die Radfahrer auf der Busspur eine Behinderung der Busse, da auf der Gathe alle vier Minuten Busse fahren. Radfahrer könnten zu Verzögerungen führen, vor allem wenn es Richtung Uellendahler Straße bergauf gehe. Auch bei der Frequenz äußerten die Stadtwerke Sicherheitsbedenken und kündigten an, die Auswirkungen zu beobachten. Auf WZ-Anfrage teilte Holger Stephan, Pressesprecher der WSW, per Mail mit: „Wir sind leider noch nicht zu einer systematischen Auswertung gekommen.“ Aus den Betriebsberichten ergebe sich aber, dass es bislang zu keinen erheblichen Konflikten wie Unfällen oder Verspätungen gekommen sei.

„Aus unserer Sicht läuft es problemlos“, sagt Norina Peinelt, städtische Beauftragte für den nicht motorisierten Verkehr. Es gebe keine Unfälle und keine negative Rückmeldung der Stadtwerke. Bei den Busfahrern herrsche Verständnis und Rücksichtnahme, weil sie vorher informiert worden seien. Weitere Busspuren werden nach Angaben von Peinelt in den kommenden Wochen für den Radverkehr freigegeben, wie etwa eine Busspur auf der B7. „Zwischen Robert-Daum-Platz und Alsenstraße wird in Fahrtrichtung Barmen eine Pkw-Spur zur Busspur, die dann auch von Radfahrern ­genutzt werden darf“, sagt Peinelt. Damit wird die Lücke zwischen dem Robert-Daum-Platz und der Kasinostraße geschlossen.