Gute Laune trotz Wolken am Himmel

Karneval : Rosensonntagszug: Gute Laune trotz Wolken am Himmel

Rosensonntagszug litt unter dem schlechten Wetter. Doch wer kam, feierte ausgelassen.

Petrus hatte ein Einsehen: Nach heftigen Güssen am Vormittag drehte er fast pünktlich zum Start des Wuppertaler Rosensonntagszuges den Wasserhahn zu. Auch wenn es danach noch tröpfelte – die Jecken auf der B7 konnten überwiegend trocken feiern.

Einige tausend Zuschauer standen am Straßenrand, um dem Zug mit Wagen und Fußgruppen zuzuwinken – wenn auch weniger als in den Vorjahren. Sie feierten dennoch die Karnevalisten und freuten sich über die süßen Grüße, die diese ihnen zuwarfen. So mancher Regenschirm erwies sich als gutes Sammelgefäß.

Die großen Karnevalsgesellschaften fuhren auf geschmückten Lkw, die Weinberger Funken hatten als Vorhut eine „Funkenstreife“ – einen kleinen Fiat mit Blaulicht und einem Sessel auf dem Dach. Die „Jonges vam Westkotten“ nutzten einen selbstgebauten Schwebebahnwagen – den sie aber selbst zu Fuß bewegten. Als lauter Geburtstagsgeschenke kamen die Karnevalisten der KaGe Colmar. Damit gratulierten sie der Stadt zum 90-jährigen Bestehen. Zudem zogen sie einen Handwagen, auf dem Elberfeld und Barmen als Brautpaar grüßten. Zu ihren Füßen lagen in lauter Weidenkörbchen die Stadtteile der Stadt.

„Heute Morgen habe ich mich gefragt, wie viele Kinder bei dem Regen überhaupt kommen“, berichtete Andrea Oppermann, Leiterin der Grundschule an der Marienstraße. Sie konnte dann doch einen ordentlichen Trupp kleiner Möhren anführen: In orangefarbenen Shirts und Mützen marschierten Kinder der Schule, trugen ihr Motto „Wuppertal ist bunt“ auf großen Plakaten und warfen eifrig mit Kamelle aus ihren Beuteln.

Zu Fuß waren auch die SPD-Politiker Andreas Bialas, Josef Neumann, Dietmar Bell und Helge Lindh unterwegs, verkleidet als Musketiere. Sie folgen dem Wagen der Ehrengarde, der mit lauter Partymusik besonders viel Stimmung verbreitete.

„Wir finden es supertoll“, sagt Katrina Berek, die mit ihrem Mann und den Töchtern Anna (7) und Alicja (5) gekommen ist. Die Mädchen sammeln eifrig Süßigkeiten in ihre Beutel. Was ihr am besten gefällt? Anna, das Indianermädchen, kann nur sagen: „Alles!“

Gute Laune verbreiteten auch Philipp und Andrea Gammler sowie Kathrein Exner. Als Löwe, Giraffe und Schwein verkleidet jubeln sie den Wagen zu. „Wir wissen, wie viel Aufwand das ist“; sagte Philipp Gammler. Denn sie gehören zur KaGe Flotte Sohle, die in diesem Jahr aus privaten Gründen keinen eigenen Wagen stellen konnte, aber die anderen Vereine unterstützen will.

Und als gerade Oberbürgermeister Andreas Mucke von einem Wagen Kamelle warf, sagte Andrea Gammler: „Wir wünschen uns mehr Unterstützung der Stadt.“ Für das nächste Jahr sei angekündigt, dass die Vereine auch die Straßensperrung bezahlen müssten. „Da ist es für uns schon eine Frage, ob wir das noch leisten können“, sagt Kathrein Exner. Vorerst wollen sie aber den Tag genießen: Nach dem Umzug geht es weiter ins Brauhaus.

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