Crowdfunding-Aktion für Vohwinkeler Flohmarkt läuft schleppend

Traditionsveranstaltung : Crowdfunding-Aktion für Vohwinkeler Flohmarkt läuft schleppend

900 Euro der anvisierten 15 000 Euro sind bislang erreicht. Diskussionen gibt es um Organisator Frank Varoquier: Er hat einen Gütetermin vor Gericht platzen lassen.

Wie geht es mit dem Vohwinkeler Flohmarkt weiter? Die ungewisse Zukunft des Trödelspektakels sorgt nicht nur im Stadtteil für viel Gesprächsstoff. Hintergrund ist die finanzielle Schieflage der Großveranstaltung.

Dabei geht es um offene Rechnungen und eine Zivilklage. Unter anderem fordert ein im vergangenen Jahr mit der Beschilderung des Flohmarks beauftragter Unternehmer noch 8800 Euro vom Veranstalter. Dazu gab es am vergangenen Donnerstag einen Gütetermin vor dem Landgericht. Doch auf Frank Varoquier, Hauptorganisator und Vorsitzender des Vereins Vohwinkeler Flohmarkt, wartete der Kläger vergeblich. Die zuständige Richterin fällte daher ein Versäumnisurteil. Varoquier muss nun innerhalb der nächsten zwei Wochen die vom Gericht geforderten Unterlagen beibringen.

Der Vorgang wird derzeit in den Sozialen Netzwerken hitzig diskutiert und hat dem Veranstalter scharfe Kritik eingebracht. Der wehrt sich gegen den Vorwurf, „abgetaucht“ zu sein. „Das trifft nicht zu. Wir hatten zum Zeitpunkt des Gütetermins noch keine Lösung, die für beide Seiten befriedigend gewesen wäre, und brauchen mehr Zeit“, begründet Varoquier sein Fernbleiben. Er arbeite weiter mit Hochdruck an einem tragfähigen Finanzkonzept, benötige dafür aber Unterstützung.

Er verweist auf die von ihm eingerichtete Crowdfunding-Plattform. Mit knapp 900 der anvisierten 15 000 Euro laufe die Unterstützung jedoch schleppend. Einnahmen aus Standverkäufen gebe es ebenfalls nicht. „Wir nehmen zwar Reservierungen an, aber zum jetzigen Zeitpunkt wäre es unseriös, von Interessenten Standgebühren zu verlangen“, betont er.

AGVV sieht kurzfristige Lösung als äußerst schwierig an

Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD) bedauert den geplatzten Gütetermin: „Das erhöht die Chancen für den Flohmarkt nicht gerade.“ Zum Erhalt des Trödels will er in den nächsten Wochen einen runden Tisch organisieren, zu dem unter anderem die Werbegemeinschaft Aktion V und die Arbeitsgemeinschaft Vohwinkeler Vereine (AGVV) eingeladen sind. Letztere hatte den Flohmarkt bis 2011 organisiert und schließt eine Unterstützung nicht aus. „Wir werden dazu kommende Woche unsere Mitgliedervereine befragen“, sagt Vorsitzende Nicole Stöcker. Angesichts der relativ kurzen Vorlaufzeit für den Flohmarkt und der offenen Fragen bei der Finanzierung sei die Suche nach Lösungen allerdings „äußerst schwierig“.

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